ck/dpa
04.08.14 / 10:28
Gesellschaft

SPD: Pflege-Auszeit auch für Verwandte und Freunde

Die SPD-Bundestagsfraktion setzt sich dafür ein, den Freistellungsanspruch für Pflegende stärker auszuweiten als von der großen Koalition geplant. Demnach sollten nicht nur Ehepartner und Kinder die vorgesehene bezahlte zehntägige Auszeit vom Beruf in Anspruch nehmen können, sondern auch weiter entfernte Verwandte oder Freunde.



Das Umfeld spielt im Alter bei der Versorgung eine große Rolle. Deshalb will die SPD die Bezahlte Pflege-Auszeit auf Freunde und auch entferntere Verwandte ausweiten. ashumskiy-Fotolia.com

"Wir müssen den Begriff des Angehörigen weiter fassen", sagte die Vizefraktionsvorsitzende Carola Reimann der "Berliner Zeitung" (Samstag). "Es sollten alle unterstützt werden, die bereit sind, füreinander Verantwortung zu übernehmen." Das betreffe zum Beispiel auch Freunde, Nachbarn oder Mitbewohner in Mehrgenerationen-Häusern - vorausgesetzt, der Pflegebedürftige habe sie in einer Betreuungsvollmacht oder Patientenverfügung dafür namentlich benannt. 

Immer wichtiger: stabile Netzwerke am Wohnort

"In Zeiten, in denen von der junge Generation verlangt wird, für einen Job überall hinzugehen, spielen bei der Pflege stabile Netzwerke am Wohnort der Eltern eine immer wichtigere Rolle", argumentierte die SPD-Politikerin. Zudem gebe es immer mehr Pflegebedürftige ohne Kinder. "Dann laufen die bisher geplanten Unterstützungsleistungen ins Leere", sagte sie. 

Die zehntägige bezahlte Auszeit vom Beruf ist in der ersten Stufe der Pflegereform geplant und soll am 1. Januar 2015 in Kraft treten. Die große Koalition erwägt Reimann zufolge darüber hinaus einen Rechtsanspruch auf eine unbezahlte Freistellung, wenn Angehörige im Sterben liegen. Details seien aber noch ungeklärt. 


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