ck/dpa
21.12.12 / 13:00
Gesellschaft

Weihnachtsstress: Drei Fragen, drei Antworten

Wieso es ausgerechnet an Weihnachten oft zu Streit kommt und wie eine "Schmankerldose" helfen kann, erklärt die Braunschweiger Psychologin Ann-Katrin Job.



Fotolia.com_anoli

1. Wieso streiten sich so viele Familien in den Weihnachtstagen?
Job: "Ein Grund sind hohe Erwartungen an ein harmonisches Weihnachtsfest. Diese Wünsche werden dem anderen aber nicht mitgeteilt, sondern als bekannt vorausgesetzt. Mein Partner soll mir die Wünsche von den Augen ablesen. Das gilt auch für andere Familienveranstaltungen wie Urlaube oder Hochzeiten.

Gelingt das nicht, führt das häufig zu Enttäuschungen. Ein weiterer Grund für vermehrte Streitigkeiten an Weihnachten ist, dass Paare und Familien über die Weihnachtstage oft mehr Zeit miteinander verbringen als sonst. Das führt dazu, dass Konflikte, wie unterschiedliche Vorstellungen über die Kindererziehung oder gemeinsame Aktivitäten, deutlich werden. Konflikte entstehen oft, weil die Partner zu wenig miteinander sprechen." 

2. Wie können Paare und Familien Konflikten vorbeugen? 
Job: "Ein guter Zeitplan, ausgerichtet an den unterschiedlichen Bedürfnissen jedes Familienmitglieds kann viele der heiklen Situationen verhindern. Gemeinsame Gespräche und Überlegungen vermeiden Enttäuschungen: Ganz konkret könnte festgelegt - vielleicht sogar aufgeschrieben werden - wer für welchen Tag einkauft, wer sich um die Geschenke kümmert, wer den Weihnachtsbaum holt und wann dieser von wem, wie geschmückt werden soll.

Mit Kindern sollte geklärt werden, was wann unternommen wird. Partner könnten Verwöhnabende für sich planen. In eine Schmankerldose könnten Zettel mit kleinen Wünschen gelegt werden -  eine Nackenmassage oder ein Spaziergang. Der jeweils andere kann dann einen Wunsch herausnehmen und erfüllen. Das steigert die Zufriedenheit." 

3. Wenn es trotzdem zum Streit kommt - was ist dann zu tun? 
Job: "Probleme sollten immer angesprochen und so konkret wie möglich benannt werden. Die Situation und das Verhalten sollten beschrieben und die eigenen Gefühle benannt werden - ohne dem anderen Vorwürfe zu machen.

Wenn es zu Streitigkeiten kommt, ist der Frust im ersten Moment natürlich da. Dieses Gefühl lässt sich nicht steuern. Doch sollte man dem Partner nicht gleich die große Szene machen, sondern später in Ruhe darüber reden, was zur Enttäuschung geführt hat und klären, wie sie künftig vermieden werden kann." 


Mehr zum Thema


Werblicher Inhalt