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04.03.16 / 14:49
Gesellschaft

Wer war Philipp Pfaff?

Wer auf den Namen "Philipp Pfaff" stößt, erfährt, dass er "der Wegbereiter der wissenschaftlichen Zahnheilkunde in Deutschland“ sei. Doch ist diese Zuschreibung überhaupt gerechtfertigt? Mit wem haben wir es eigentlich zu tun? Der Medizinhistoriker und Medizinethiker Prof. Dominik Groß ordnet Pfaffs Schaffen ein.



Philipp Pfaff (* 1713; † 4. März 1766), einst Königlich-Preußischer Hofzahnarzt von Friedrich dem Großen gilt als Begründer der deutschen Zahnmedizin. Heute jährt sich sein Tod zum 250. Mal. Sammlung Dr. Rolf Will Mannheim Dentalmuseum Zschadrass

Der vorliegende Beitrag nimmt den 250. Todestag von Philipp Pfaff zum Anlass, diesem Zahnarzt nachzuspüren und seine Bedeutung für die Zahnheilkunde näher zu beleuchten. Philipp Pfaff wurde vermutlich Anfang 1713 in Berlin geboren. Genaueres ist nicht bekannt. Es existiert lediglich ein Taufbucheintrag vom 27. Februar 1713 in der Berliner Domgemeinde, der auf dieses ungefähre Geburtsdatum schließen lässt.

Zu jenem Zeitpunkt war die Zahnheilkunde noch kein eigenständiges Fach. Sie wurde teilweise von Wundärzten – das heißt,. handwerklich ausgebildeten Chirurgen - (mit)betrieben, teilweise lag sie aber auch in den Händen von sogenannten Zahnbrechern oder Zahnreißern. Hierbei handelt es sich um nicht oder nicht regelhaft ausgebildete Behandler, die ihre Tätigkeit häufig im Umherziehen ausübten („Wanderheiler“).

Pfaff sollte einen anderen Weg einschlagen

Pfaff sollte einen anderen Weg einschlagen: Er erlernte die Chirurgie an der Charité, wo er auch Lehrveranstaltungen in der Medizin und – soweit verfügbar – in der Zahnheilkunde belegte. Dieser Ausbildungsweg lag insofern nahe, als Pfaff selbst der Sohn eines Chirurgen war: Der Heidelberger Wundarzt Johann Leonhard Pfaff war 1710 nach Berlin gekommen und dort zum Amtschirurgen und Prosektor an der Charité avanciert. Er gehörte damit zu den Lehrern seines Sohnes, der in Berlin seine chirurgische Abschlussprüfung vor dem Collegium Medicum absolvierte, die auch zur Tätigkeit in der Zahnheilkunde berechtigte.

Nach der Ausbildung absolvierte Pfaff seinen Militärdienst in den Infanterie-Regimentern Nr. 25 des Oberst von Kalckstein und Nr. 34 des Prinzen Louis Ferdinand von Preußen. Zudem nahm er als Kompaniechirurgie am Ersten Schlesischen Krieg teil. Hier konnte er angesichts der vielen Kriegsverletzten seine Kenntnisse in der Wundversorgung und Traumatologie maßgeblich erweitern. Nach dem Ende des Militärdienstes eröffnete er in Berlin eine wundärztliche Praxis, wo er sich mehr und mehr auf die zahnbehandelnde Tätigkeit konzentrierte.


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