mg/dpa
07.07.14 / 11:01
Medizin

Adipositas erhöht Sterberisiko bei Darmkrebs

Viel Bauchfett und allgemeine Adipositas vor der Diagnose Darmkrebs erhöhen unabhängig voneinander die krebsspezifische und allgemeine Sterberate - das zeigt eine neue Studie.



Wie die US-Wissenschaftler berichten, war einer Multivariatanalyse zufolge ein BMI von mindestens 30 vor der Krebsdiagnose im Vergleich zu einem BMI unter 25 mit einem um 26 Prozent erhöhten krebsspezifischen Sterberisiko assoziiert. PeJo29 - iStockphoto.com

Es gibt viele Beleg dafür, dass Adipositas das Risiko erhöht, an einem Kolorektalkarzinom zu erkranken. Weniger deutlich ist jedoch der Zusammenhang zwischen Adipositas vor der Diagnose Darmkrebs und den Überlebensraten bei den inzwischen Erkrankten, schreibt die Ärzte-Zeitung und berichtet über eine Studie, die dies nun bei fast 4.000 Männern und Frauen der EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) genauer untersuchte, bei denen ein Kolorektalkarzinom zwischen 1992 und 1998 diagnostiziert worden war.

Studie hat mehr als eine halbe Million Teilnehmer

Es handelt sich um eine prospektive Studie, heißt es, die 1992 startete und in der die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebs und anderen chronischen Erkrankungen analysiert werden. 23 klinische Zentren in zehn europäischen Ländern mit fast 520.000 Teilnehmern sind beteiligt.

Primärer Endpunkt war die krebsspezifische Sterberate, sekundärer Endpunkt die Sterberate jedweder Ursache. Im Zeitraum von 49 Monaten starben 1.309 von 3.924 Teilnehmern, davon 1.043 (knapp 80 Prozent) an den Folgen eines kolorektalen Karzinoms. Die Daten wie BMI, Taillenumfang sowie Taillen-Hüft-Verhältnis waren durchschnittlich 79 Monate vor der Krebsdiagnose erhoben worden, schreibt das Blatt.

Sterberisiko um 32 Prozent erhöht

Unabhängig von Lebensstilfaktoren und Erkrankungsstadium seien Adipositas allgemein und Viszeraladipositas signifikant mit einem erhöhten allgemeinen sowie krebsspezifischen Sterberisiko assoziiert gewesen. Wie die US-Wissenschaftler um Dr. Veronika Fedirko aus Atlanta berichten, war einer Multivariatanalyse zufolge ein BMI von mindestens 30 vor der Krebsdiagnose im Vergleich zu einem BMI unter 25 mit einem um 26 Prozent erhöhten krebsspezifischen Sterberisiko assoziiert. Das allgemeine Risiko, im Studienzeitraum zu sterben, war sogar um 32 Prozent erhöht.

Ähnliche Risikoerhöhungen wurden bei der Betrachtung des Taillen-Hüft-Verhältnisses und des Verhältnisses zwischen Taille und Körpergröße beobachtet, berichten die Wissenschaftler laut Ärzte-Zeitung. Die Assoziationen waren bei Männern stärker ausgeprägt als bei Frauen und bei Rektalkarzinomen stärker als bei Kolonkarzinomen.


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