sp/pm
05.12.13 / 07:40
Medizin

Brustkrebs ohne OP behandeln

Eine neue Behandlung, die Tumore mit hochfokussiertem Ultraschall zerstört, eröffnet erstmals die Möglichkeit zu nicht-invasiven Krebsoperationen.



An einer Klinik in Rom wurde das Verfahren erstmals zur Brustkrebsbehandlung eingesetzt, berichtet das Deutsche Ärzteblatt. Bei zehn Patientinnen wurde bei der anschließenden Operation kein Tumorgewebe mehr gefunden. Ultraschallwellen erwärmen das Gewebe.

Beim diagnostischen Ultraschall ist der Effekt gering. Die Energiedichte liegt im Bereich von 0,1 bis 0,5 Watt/cm2. Anders ist dies beim fokussierten Ultraschall: Die Hochleistungsschallgeber sind hier wie ein Hohlspiegel geformt, der die Wellen auf einen Punkt fokussiert. Die Energiedichte liegt im Bereich von 1.000 bis 10.000 Watt/cm2 und die Temperatur steigt im ultraschall­bestrahlten Gewebe schnell auf 60 bis 70 Grad Celsius an. In diesem Bereich koaguliert das Eiweiß und die Zellen sterben ab.

Die Kombination mit der Kernspintomografie ermöglicht eine genaue Lokalisierung des Gewebes bei gleichzeitiger Kontrolle der Temperatur. Das MRgFUS wird bereits zur Behandlung von Uterusmyomen eingesetzt - etwa in Heidelberg, Lübeck, Kiel, Dachau und Bottrop. In den USA ist das Gerät des Herstellers InSightec aus Dallas in Texas auch zur Behandlung von Knochenmetastasen zugelassen. In Europa gibt es ein CE-Zertifikat für die Behandlung von Hirnerkrankungen.


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