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28.10.13 / 16:29
Medizin

Depressionen nach dem Schlaganfall

Jeder dritte Apoplex-Patient wird depressiv. Eine früh einsetzende Therapie kann die Erkrankung abschwächen oder gar ganz verhindern.



Zudem stabilisierten die Medikamente nicht nur die Psyche, sondern leisteten einen wichtigen Beitrag zur Rehabilitation des Patienten, sagte Prof. Dr. Matthias Endres vom Vorstand der Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) mit Verweis auf Cochrane-gestützte Daten. Die DSG plädiere daher für eine schnelle psychologische Untersuchung der Betroffenen nach dem insulten Ereignis.

Eine biologische Folge des Schlaganfalls

Vorwiegend vom Schlaganfall betroffen seien Frauen, alte Patienten und Menschen ohne soziale Unterstützung. Auch bei  Menschen, die bereits vor dem Ereignis unter einer psychischen Störung oder kognitiven Einschränkungen gelitten haben, würden häufiger depressive Verstimmungen diagnostiziert. Die Depression sei jedoch nicht nur eine psychische Reaktion auf die möglicherweise entstandene Behinderung wie Lähmung, Sprachverlust und mehr, sondern könne auch eine biologische Folge des Schlaganfalls sein.

Wird aber bereits schon wenige Tage nach dem Apoplex Dopamin zugeführt, könne dieser Botenstoff nicht nur eine mögliche Depression verhindern, sondern auch den Untergang einiger wichtiger Hirnareale vermeiden, sagte Endres. Damit werde gleichzeitig die motorische Erholung erheblich verbessert und der Patient weniger Folgeschäden davontragen, so der Experte.

Auf Kontraindikation achten

Laut Endres müsse darauf geachtet werden, dass bei den Antidepressiva trizyklische Medikamente wegen ihrer Nebenwirkung auf die Gefäßsituation kontraindiziert sind. Ansonsten entstünden häufig Brachykardien sowie Tachykardien. Man sollte daher Dopamin bevorzugen.


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