sp/cv
07.01.13 / 08:04
Medizin

Dicke überleben ihren Schlaganfall eher als Dünne

Sollte ein Schlaganfall auftreten, so haben Übergewichtige weitaus bessere Überlebenschancen, wie jetzt eine Untersuchung zeigen konnte.



Menschen mit Übergewicht und insbesondere Menschen mit einer Adipositas haben zwar ein etwas höheres Schlaganfallrisiko als Normgewichtige, sie haben im Fall eines Schlaganfalls aber deutlich bessere Überlebenschancen. So ist die Wahrscheinlichkeit, an einem Schlaganfall zu versterben, bei Übergewicht um 14 Prozent verringert und bei einer Adipositas sogar um 24 bis 45 Prozent.

Außerdem tragen Übergewichtige weniger Behinderungen davon als Patienten mit Idealgewicht. Das zeigt eine aktuelle Studie bei mehr als 4.400 Patienten mit Schlaganfall oder transienter ischämischer Attacke (TIA), bei denen das Outcome über 30 Monate nach dem Ereignis in Abhängigkeit vom Körpergewicht untersucht wurde. Das überraschende Ergebnis: Bei Patienten mit einem BMI von mehr als 30 kg/m2 war die Mortalität signifikant niedriger als bei Normgewicht. Am höchsten war die Sterblichkeit sogar bei untergewichtigen Patienten.

Das Phänomen, das auch als „Adipositas-Paradoxon“ bezeichnet wird, ist beim Schlaganfall neu, generell aber nicht unbekannt. Es wurde auch bei chronischen Erkrankungen wie der Herzinsuffizienz schon beobachtet.


Mehr zum Thema


Werblicher Inhalt