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31.01.13 / 09:14
Medizin

Eine CMD entsteht nie über Nacht

Eine Cranio Mandibuläre Dysfunktion, kurz CMD, entsteht in einem Prozess und muss langfristig und vor allem interdisziplinär behandelt werden. Das erklärten Wissenschaftler auf dem Zahnärztetag in Hamburg.



Nach der Ship-Studie, einer flächendeckenden Gesundheitsuntersuchung der Bevölkerung, die von der Universität Greifswald durchgeführt wird, haben 50 Prozent aller untersuchten Probanden Zeichen einer CMD, ohne dass sie direkt erkrankt sind. Das erklärte Prof. Dr. Holger Jakstat aus Leipzig auf dem Hamburger Zahnärztetag. Er machte in seinen Ausführungen deutlich, dass es sich bei einer Dysfunktion des Kiefergelenks um eine sehr langwierige Erkrankung handelt, die unter Umständen bereits über Jahre hinweg ihre Entstehung genommen hat.

Stufenplan zur richtigen Diagnose

Er empfiehlt, die Diagnose genau und in unterschiedlichen, aber genau definierten Stufen durchzuführen. Am Anfang sollte eine ausführliche und gründliche manuelle Untersuchung stehen. Dadurch könne man bereits Verspannungen der Muskulatur sowie Asymmetrien und Fehlhaltungen bei der Kieferbewegung sowie Knack- und Reibgeräusche feststellen.

Bildgebende Diagnostik gezielt einsetzen

Beim Thema bildgebende Diagnostik, erinnerte PD Dr. Ingrid Peroz daran, eine Panoramaschichtaufnahme insbesondere bei zahnlosen Patienten und solchen mit offenem Biss mit sehr weiter Mundöffnung durchzuführen ist, damit der Gelenkkopf auch im Bild sichtbar wird. Für Patienten mit Deckbiss empfiehlt sie die Verwendung eines Distanzblocks, auf den der Patient aufbeißt.

Um erosive Veränderungen besonders am Condylus nachzuweisen, empfiehlt sie die Digitale Volumen Tomografie, mit der allerdings nur knöchernes Gewebe dargestellt werden kann. Die Computertomografie hat zwar die höchste Strahlenbelastung, stellt jedoch das Gelenk dreidimensional Sicht dar. Für die Darstellung von Discuspathologien hält Peroz die Magnetresonanztomografie für das Mittel der Wahl.

MRT: Kontraindikationen beachten

Absolute Kontraindikationen einer MRT: Patienten mit Herzschrittmacher, elektromagnetische Implantatträger oder Patienten mit ferromagnetischen Implantaten. Auch wenn intracranielle Clipse inseriert wurden, kommt eine MRT aus ihrer Sicht nicht in Frage.

Jakstat: "Die  Behandlung eine CMD-Problems ist vielschichtig und langwierig und vor allem interdisziplinär. Ziel ist, dass der Patient nach der Behandlung mit seiner Erkrankung umgehen kann!"


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