ck/pm
28.04.14 / 11:30
Medizin

Frauen sterben häufiger an akutem Herzinfarkt

Frauen haben ein deutlich höheres Risiko, nach einem akuten Herzinfarkt zu sterben als Männer, und zwar bei beiden Formen des Infarkts. Das zeigt eine Studie des Universitätsklinikums Münster, die auf der 80. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim präsentiert wurde.




Beim ST-Hebungsinfarkt (STEMI) liegt Sterblichkeitsrate im Krankenhaus bei Frauen bei 16,9 Prozent (Männer: 9,9 Prozent), beim Nicht-Hebungsinfarkt (NSTEMI) beträgt sie bei Frauen 11,7 Prozent (Männer: 8,7 Prozent). Ausgewertet wurden für die Untersuchung die Daten aller stationären Herzinfarktfälle in Deutschland der Jahre 2005, 2007 und 2009, wie sie vom Bundesamt für Statistik erfasst wurden.

Sterblichkeitszahlen liegen deutlich als geschätzt

„Diese die Behandlungsrealität abbildenden Sterblichkeitszahlen liegen deutlich höher als bisher angenommene Schätzungen anhand von Daten randomisierter kontrollierter Studien“, sagte Studienautorin Dr. Eva Freisinger. „Die schlechtere Prognose von Frauen mit akutem Herzinfarkt mag zum Teil auch auf die, zumindest in den unadjustierten Daten, seltenere Verwendung von Standardtherapien wie Koronarangiographien und -intervention zurückzuführen sein.“

Seltener nach Standard therapiert

Die Auswertung von insgesamt 619.272 Patientendaten zeigte, dass im Jahr 2009 Frauen mit STEMI um 14 Prozent seltener eine Koronarangiografie erhielten als Männer; es wurden bei Frauen um 17 Prozent weniger Katheter-Interventionen durchgeführt und um 33 Prozent seltener Bypass-Operationen. Diese Vergleiche basieren auf Durchschnittszahlen und sind nicht nach Alter, Begleiterkrankungen oder dem Schweregrad der Erkrankung gewichtet. „Hier sind weitere Untersuchungen erforderlich, um die Ursachen für Ungleichgewicht analysieren zu können, die sich aus diesem Datensatz nicht ableiten lassen“, bilanziert DGK-Pressesprecher Prof. Eckart Fleck.

DGK Abstract V502: Freisinger E. et al, Women with Acute Myocardial Infarction Remain at Increased Risk of In-Hospital Death - German Nationwide Data. Clin Res Cardiol 103, Suppl 1, April 2014


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