sg/pm
16.05.13 / 09:13
Medizin

Früherkennung bei Alzheimer

Kann die Alzheimer-Demenz in Zukunft weit vor dem Auftreten der klinischen Symptome diagnostiziert werden? Die Hoffnung auf zukünftig mögliche Therapien findet einen neuen Nährboden.



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So sehen es zumindest der Verein zur Förderung und Verbreitung der Positronen-Emissions-Tomographie e.V. und das Diagnostische Therapeutische Zentrum (DTZ) in Berlin. Grund hierfür sei die Diagnostik der die Krankheit maßgeblich beeinflussenden Amyloid-Plaques. Dies sind Verklebungen der Neuronen im Gehirn, die das Absterben der Zellen im Gehirn und die daraus folgenden Symptome einer Demenzerkrankung verursachen. Die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) sei in der Lage, diese Ablagerungen zu lokalisieren, bevor die Alzheimer-Demenz sich in Ihren klinischen Symptomen darstellt.

Alzheimer bis heute unheilbar

Die Forschung an Therapien zur Behandlung der Alzheimer-Erkrankung habe bis heute keine zukunftsweisenden Ergebnisse hervorbringen können. Damit gelte die Krankheit bis heute als unheilbar. Mögliche Therapien könnten erst nach Diagnose der Erkrankung im fortgeschrittenen Stadium begonnen werden.

Die Schädigung des Gehirns der Patienten habe sich in der Forschung hier schon als irreversibel herausgestellt. Die Diagnostik der Erkrankung in einem frühen Stadium der Erkrankung eröffne den Forschern nun die Möglichkeit, Therapieoptionen weit vor einer umfassenden Schädigung des Gehirns zu prüfen.

Die Amyloid-Plaques könnten mit neuen Markern mit der PET-Diagnostik lokalisiert werden. Einer dieser Marker sei jetzt zugelassen, weitere befänden sich im Zulassungsprozess.

Negativbefund schließt Alzheimer aus

Prof. Wolfgang Mohnike, Ärztlicher Leiter des DTZ Berlin, sieht neben der frühzeitigen Diagnose der Erkrankung auch die Chance, einen Ausschluss der Erkrankung von Patienten vornehmen zu können. "Mit der Amyloid-PET-Untersuchung können das Krankheitsbild kennzeichnende überproportionale Amyloid-Anreicherungen gefunden werden. Eine klare Diagnose ist möglich. Im Umkehrschluss kann ein Negativbefund Schlüsse auf eine nicht zu erwartende Alzheimer-Demenz zulassen. Eine geringe Anreicherung kann das Potenzial einer bevorstehenden Erkrankung ankündigen", sagte Mohnike.

Eine frühe Diagnostik habe das Potenzial, wegweisend für die Alzheimer-Forschung und Behandlung zu werden, hieß es.


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