sp/pm
29.05.13 / 14:22
Medizin

Gewebeanalyse sichert den Anti-Falten-Erfolg

Viele Mittelchen und Methoden versprechen heutzutage ein jugendliches, faltenfreies Aussehen. Dies mit mehr oder weniger gutem und oftmals wenig haltbarem Ergebnis. Eine neue Studie belegt, woran das liegt.



Eine neue Untersuchung geht der Tatsache auf den Grund, warum manche "Unterspritzungen" länger halten als andereund analysiert die Anatomie des Fettgewebes um die typischen Falten im Gesicht. Die erstaunlichen Ergebnisse wurden jetzt erstmals im Rahmen des 63.  Kongresses für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in Essen bekannt gemacht.

Die Untersuchung der Universitäten Kiel und Erlangen belegt, dass eine wirksame Behandlung gegen Zornesfalten & Co nur unter Berücksichtigung der komplexen Weichgewebs-, sprich Fettgewebeanatomie erfolgen kann. Um das herauszufinden, wurde computertomografisch das Fettgewebe im Bereich der Mentolabialfurche, Nasolabialfalte, Marionettenfalte, Glabellafalte und der Tränenrinne untersucht.

Sorgen machen Falten

Die Mentolabial- und Marionettenfalte verläuft vom Mundwinkel nach unten zum Kinn und verleiht dem Gesicht einen traurigen, negativen Ausdruck. Die Nasolabialfalte entsteht oftmals im Zusammenspiel mit einer ausgeprägten Mimik zwischen Nase und Mundwinkel.

Als Glabellafalten werden die senkrechten Falten zwischen den Augenbrauen bezeichnet. Häufiges Zusammenziehen der Augenbrauen bei Zorn (daher auch die Bezeichnung als „Zornesfalte“), Sorge oder starker Konzentration fördern die Faltenbildung und lassen das Gesicht streng wirken. Tränenrinne wird die tiefe Furche genannt, die sich vom innern des Augenwinkels bis zu den Augenringen zieht.

Kleine Faltenlehre

Die anatomische Untersuchung der Fettbereiche unter der Haut ergab, dass im Gegensatz zu der Glabellafalte und der Mentolabialfurche die Nasolabialfalte, die Tränenrinne und die Marionettenfalte abgegrenzt werden von separaten, tiefer unter der Haut liegenden Fettschichten.

Daher ist ein Volumenaufbau zur Faltenglättung durch eine reine Fettverteilung innerhalb des Bereichs aufgrund der bis in die Haut reichenden Gewebewände nur sehr eingeschränkt möglich. Hierfür können die tiefen Fettkompartimente benutzt werden. Die Behandlung der Tränenrinne stellt eine weitere Besonderheit dar, da sie eine Grenze zwischen tiefen und oberflächlichen Fettbereichen beschreibt.

Hier kann der Spezialist in ausgeprägten Fällen das Fett zwischen den unterschiedlichen Schichten mobilisieren. Im Gegensatz dazu ist die Glabellafalte einfach strukturiert: Sie liegt unmittelbar über einer Fettschicht, die zum Volumenaufbau und damit Faltenabbau genutzt werden kann.

Quelle: Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und Plastische Operationen, UK-SH, Campus Kiel; Klinik für Diagnostische Radiologie, UK-SH, Campus Kiel, Institut für Anatomie, Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg


 


Mehr zum Thema


Werblicher Inhalt