ck/pm
04.02.14 / 12:49
Medizin

Hautkrebsrepublik Deutschland

In Deutschland steigt die Zahl der Menschen mit der Diagnose Hautkrebs rasant an. Laut Report der Barmer GEK waren im Jahr 2012 rund 1,56 Millionen Menschen von bösartigen Neubildungen der Haut betroffen, manche Patienten mehrfach.



Hautkrebs entsteht durch die unkontrollierte Teilung von Hautzellen. Dadurch können Tumore entstehen, die unterschiedlich aussehen. dpa picture alliance

An der gefährlichsten Form, dem malignen Melanom, litten 318.000 Menschen und damit 60 Prozent mehr als 2005. Noch weitaus verbreiteter ist der "helle Hautkrebs", für den 2012 insgesamt 1,3 Millionen Diagnosen dokumentiert wurden. Das entspricht einer Steigerung von 79 Prozent. Jedes Jahr erkranken über 200.000 Menschen neu an Hautkrebs.

Unterschätzte Krebserkrankung

"Hautkrebs ist wohl eine der unterschätzten Krebserkrankungen in Deutschland. Offensichtlich sind sich viele Bundesbürger der Gefahr von UV-Strahlung nicht bewusst“, sagte der Vizechef Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der BARMER GEK, bei der Vorstellung des Arztreports 2014 heute in Berlin. 

Ein Grund für den Anstieg der Diagnosen sei das seit Juli 2008 von den Krankenkassen bezahlte Hautkrebs-Screening. Es habe für die Erkrankung zweifellos mehr Sensibilität geschaffen. Ab 35 Jahren steht gesetzlich Krankenversicherten alle zwei Jahre ein solches Screening zu.

Angesichts der deutlich steigenden Diagnoseraten fordert die Kasse, diese Altersgrenze aufzuheben. Laut Report wurde 2012 bei rund 48.800 Frauen und Männern Hautkrebs diagnostiziert, die aufgrund ihres Alters nicht am Screening teilnehmen durften. Darunter 15.400 mit einem malignen Melanom. 

Ein knappes Drittel nutzt das Screening

2012 wurden nach einer Hochrechnung von GKV-Daten der Barmer GEK insgesamt 7,55 Millionen Screening-Untersuchungen abgerechnet. Frauen nutzen die Gelegenheit zur Früherkennung etwas häufiger als Männer (32 zu 30 Prozent). Die Untersuchungen fanden mehrheitlich beim Hausarzt statt. Sie führten 4,18 Millionen Untersuchungen durch, Dermatologen 3,37 Millionen. 

"Arbeitsaufteilung" zwischen Hausärzten und Dermatologen

Studienautor Dr. Thomas Grobe vom AQUA-Institut Göttingen: "Während die Screening-Teilnahme bei Dermatologen deutlich mit Ausbildung und Einkommen der Versicherten steigt, erreichen Hausärzte Versicherte aus allen sozialen Schichten gleichermaßen. Dass nach einem Screening bei Dermatologen mehr Hautkrebsdiagnosen gestellt werden als bei Hausärzten (10,2 gegenüber 2,6 Prozent) dürfte maßgeblich auch Folge einer Betreuung typischer Risikopatienten durch Dermatologen sein. Haus- und fachärztliche Betreuung ergänzen sich gut.“


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