ck/pm
25.04.14 / 10:35
Medizin

Herzinfarkt überlebt

In Deutschland sterben in der Klinik vier Prozent der Patienten nach einem Herzinfarkt. Wie die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) betont, stehe Deutschland damit im europäischen Vergleich gut da.



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"Das sind etwa so viele wie in Schweden, wo die Krankenhausmortalität bei 5,8 Prozent liegt, und deutlich weniger als im Großbritannien mit 8,8 Prozent“, erläuterte PD Dr. Kurt Bestehorn vom Institut für Klinische Pharmakologie an der TU Dresden auf einer Pressekonferenz zur 80. Jahrestagung der DGK in Mannheim.

Wie der auf Basis von Daten des AQUA-Instituts erstellte Deutsche Herzbericht“ zeige, sind ACS-Patienten in Deutschland dabei keineswegs weniger krank als in anderen Ländern: 15 Prozent von ihnen leiden demnach bereits an einer prognostisch sehr ungünstigen Herzinsuffizienz und rund ein Drittel hat einen Diabetes mellitus.

Bessere Überlebenschancen in Deutschland

Sowohl in Schweden als auch in Großbritannien kommen diese beiden wichtigen Komorbiditäten den Experten zufolge seltener vor: Herzinsuffizienz in 9,7 Prozent (Schweden) beziehungsweise 5,3 Prozent (UK) der Fälle. Die in Deutschland mit 8 Tagen längere Verweildauer (Schweden 5 Tage, UK 6,6 Tage) könnte laut Bestehorn unter anderem auch hierdurch begründet sein. Patienten in Deutschland hätten aber trotzdem bessere Überlebenschancen.

Probleme bei der Vergleichbarkeit der Daten

Allerdings bestünden erhebliche Unterschiede der Patienten-Kollektive sowohl auf der Ebene von Kliniken als auch auf Ebene der Bundesländer, weshalb die Sterblichkeit im Krankenhaus ohne Berücksichtigung weiterer Charakteristika der Patienten wie zum Beispiel Begleiterkrankungen oder soziodemografischer Faktoren als alleiniger Qualitäts-Maßstab problematisch sei.

Im Deutschland wurden laut DGK 2012 etwa 850.000 Herzkatheter-Untersuchungen und/oder Herzkatheter-Interventionen zum Öffnen eines verschlossenen Herzkranzgefäßes im Katheterlabor durchgeführt. Die davon betroffenen Patienten können dabei in vier Gruppen unterteilt werden:

• 13 Prozent mit akutem Koronarsyndrom, bei denen bisher keine Katheterintervention zum Öffnen eines verschlossenen Herzkranzgefäßes durchgeführt wurde.
• 19 Prozent mit akutem Koronarsyndrom, bei denen vorher bereits eine Katheterintervention durchgeführt wurde.
• 21 Prozent ohne akutes Koronarsyndrom, bei denen vorher bereits eine Katheterintervention durchgeführt wurde.
• 47 Prozent ohne akutes Koronarsyndrom, bei denen bisher keine Katheterintervention durchgeführt wurde.

Zwar liege der Anteil der Patienten, die weder einen Herzinfarkt hatten noch eine Katheterintervention benötigten, mit 47 Prozent bei knapp der Hälfte. Doch zeigten Datenanalysen, dass bei 77 Prozent dieser Patienten mit der ersten Katheteruntersuchung eine Herzkrankheit diagnostiziert wurde.

Bestehorn: „Die hohe Zahl diagnostizierter Herzkrankheiten bei Patienten, die nur zu diagnostischen Zwecken zu einer Katheteruntersuchung überwiesen wurden, zeigt, dass in Deutschland nicht leichtfertig zum Herzkatheter gegriffen wird. Der bisweilen geäußerte Vorwurf, hierzulande würde zu schnell an das Katheterlabor überwiesen, lässt sich anhand der Daten des AQUA-Instituts nicht bestätigen.“


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