ck/pm
10.01.13 / 09:20
Medizin

Herzpatienten haben häufiger eine Leberentzündung

Herzpatienten haben ein deutlich erhöhtes Risiko, Hepatitis E zu bekommen - besonders wenn sie ein transplantiertes Herz besitzen.



Warum das so ist, untersuchen die Hannoveraner Forscher derzeit in einer Folgestudie. Zudem wiesen sie nach, dass diese Leberentzündung bei Herztransplantierten - ebenso wie zuvor von ihnen festgestellt auch bei Lebertransplantierten - chronisch verlaufen kann.

Die Forscher untersuchten 274 Herztransplantierte, 137 weitere, nicht transplantierte, Herzpatienten und 537 Gesunde. Elf Prozent der Herztransplantierten hatten schon einmal eine Hepatitis E-Infektion, sieben Prozent der weiteren Herzpatienten und nur zwei Prozent der Gesunden.

Hepatitis E durch halbgares Schweinefleisch

Hepatitis E kommt in gemäßigten Breiten nur vereinzelt vor, 2011 gab es in Deutschland 238 Fälle. Diese Infektionen wurden zumeist in Deutschland erworben, Hauptübertragungsweg ist der Verzehr von unzureichend gegartem Schweinefleisch.

Vereinzelt brachten auch Reiserückkehrer die Krankheit aus den Tropen mit, wo dieses Virus häufig vorkommt. Auch Blutprodukte kommen theoretisch als Überträger in Frage. Gegenwärtig ist ein Test auf Hepatitis E bei Blutprodukten in Deutschland nicht vorgeschrieben.

erste Anzeichen: Übelkeit und Fieber

Die Erkrankung macht sich durch Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Fieber bemerkbar. Chronische Hepatitis E kann zu Leberzirrhose führen und tödlich verlaufen. In der MHH werden Transplantierte, die eine chronische Hepatitis E haben, mit dem Virusmedikament Ribavirin therapiert.

Dr. Sven Pischke aus der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie und Privatdozent Dr. Christoph Bara aus der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie publizierten die Ergebnisse im "American Journal of Transplantation“, der führenden wissenschaftlichen Zeitschrift für Transplantationsmedizin.


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