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25.10.13 / 10:50
Medizin

Hufeland-Preis für Bewegungsprogramm

Dr. Kerstin Ketelhut und Prof. Reinhard Ketelhut wurden in Berlin für die Entwicklung und Implementierung ihres Bewegungsprogramms "Fitness für Kids" mit dem Hufeland-Preis ausgezeichnet.




Der Preis wird von der Stiftung „Hufeland-Preis“ ausgeschrieben und ist mit 20.000 Euro dotiert.  Er gilt als der wichtigste Medizin-Preis im Bereich der Prävention in Deutschland.

Schluss mit dem Bewegungsmangel

Das von den Preisträgern entwickelte Konzept „Fitness für Kids “ ist ein gesundheitsorientiertes Bewegungsprogramm für Vor- und Grundschulkinder im Setting Kindergarten und Grundschule. Mit der Teilnehme können der Bewegungsmangel kompensiert, die motorischen Defizite reduziert und der Motorik- und Gesundheitsstatus der Kinder deutlich verbessert werden, berichteten die Preisträger.

Durch die Kooperation mit der KKH war die sechsmonatige Anleitungsphase für die teilnehmenden Kindergärten und Grundschulen an den Projektstandorten kostenfrei.

Mehr als 10.000 Kinder sind eingebunden

Das mehrfach ausgezeichnete Projekt wurde inzwischen in über 500 Kindergärten und Grundschulen umgesetzt, zum Beispiel in Berlin, Hannover, Braunschweig, Leipzig, Chemnitz, Magdeburg, Oldenburg, Potsdam, Oranienburg und Düsseldorf. Insgesamt nehmen bereits mehr als 10.000 Kinder daran teil. Über 600 Erzieher und Lehrer wurden zu Multiplikatoren ausgebildet und führen das Bewegungsprogramm in ihren Einrichtungen fort.

Der Antrieb fehlt

Im Anschluss an die Auszeichnung diskutierten Vertreter aus der Medizin mit dem Preisträgerpaar die Frage, warum sich Maßnahmen zur Bewegungsförderung in Deutschland nur schwer etablieren lassen. 

"Es liegt nicht am fehlenden Wissen, sondern am fehlenden Antrieb", betonte Prof. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer. Antrieb könne man am besten über Anreize stimulieren. Das müssten keine monetären Anreize sein. Vorbilder seien hier wichtig. Auch die Ärzte selbst müssten Vorbilder in Sachen Bewegung sein, sagte der BÄK-Chef. Langfristig sei aber ein Präventionsgesetz notwendig.

Prof. Gerd Lehmkuhl, Klinikdirektor der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Köln sprach von strukturellen Schwierigkeiten. "Wir Ärzte müssen uns auch die Mühe machen, dort hinzugehen, wo es unbequem ist", sagte er.


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