sp
29.10.13 / 07:19
Medizin

Immer ein Notfall

Bei 260.000 neuen Schlaganfallpatienten pro Jahr steht der Apoplex inzwischen als Todesursache in Deutschland auf Platz drei. Die ersten Minuten entscheiden über Leben oder Tod.



Mit dem Stroke-Einsatz-Mobil ist es möglich, bei einem Schlaganfallpatienten die MRT schon unterwegs durchzuführen. Das hat den Vorteil, dass die Ärzte in der Klinik sofort mit der Lysetherapie starten können. picture_alliance

Heute ist Weltschlaganfall-Tag. Immer noch entscheiden die Minuten zwischen dem Notruf und dem Behandlungsbeginn darüber, ob ein Patient überlebt und wenn, welche Folgeschäden er davonträgt. In jeder Minute sterben Millionen von Hirnzellen ab.

Hirnblutungen und Hämatome ausschließen

Als wichtigste Behandlungsmethode gilt die Lysetherapie, bei der die Blutversdünnung medikamentös so stark reduziert wird, dass die für den Apoplex verantwortlichen Thromben aufgelöst werden. Das funktioniert aber nur dann, wenn keine Hirnblutungen aufgrund gerissener Gefäße auftreten.

Um ein Hämatom auszuschließen, wird eine Magnetresonanztomografie (MRT) gemacht. In Berlin ist jetzt ein Spezialfahrzeug im Einsatz, das bereits "an Bord" die MRT durchführen sowie erste Laborparameter zum  Ausschluss von Gerinnungsstörungen bestimmen kann. Dadurch können die Ärzte beim Eintreffen in der Klinik sofort mit der Lysetherapie beginnen, sagte Prof. Dr. Otto Busse, Berlin, auf der Pressekonferenz zum Weltschlaganfall-Tag.

Das Stroke-Einsatz-Mobil, kurz Stemo genannt, fährt den betroffenen Patienten in eins der 245 deutschen Stroke-Zentren. Noch ist das Stemo einzigartig in Berlin. Doch haben Vergleichsstudien ergeben, dass man mit dem Fahrzeug nicht nur die Zeit bis zur Klinik erheblich verkürzen und damit oft Leben retten, sondern auch die Folgeschäden eines Apoplexes erheblich reduzieren kann. Daher denken einige Sponsoren bereits darüber nach, das System bundesweit zu unterstützen.


Mehr zum Thema


Werblicher Inhalt