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23.01.13 / 14:10
Medizin

Jede 5. Brustkrebspatientin ist depressiv

Jede fünfte Brustkrebspatientin leidet an einer Depression Eine schnell eingeleitete Kurzzeit-Psychotherapie verringert Depressionen erheblich



DAK-Gesundheit

Depressionen zählen zu den häufigsten Begleiterkrankungen bei Brustkrebs. Sie verringern nicht nur die Lebensqualität, sondern können auch das Behandlungsergebnis verschlechtern.

Kurzzeit-Psychotherapie hilft

Wissenschaftler der Universitäten Mainz und Leipzig haben jetzt nachgewiesen, dass eine spezielle Kurzzeit-Psychotherapie ein wirksames Mittel gegen Depressionen bei Brustkrebspatientinnen ist. Denn die langwierige Behandlung führt zu Schmerzen und Erschöpfung. Dazu kommt Todesangst, das eigene Körperbild und die Sexualität können sich verändern, oder die Betroffene zieht sich von ihren sozialen Beziehungen zurück.

Depression verschlechtert die Prognose

Wenig erstaunlich ist es deshalb, dass Depressionen die häufigsten seelischen Begleiterkrankungen bei Brustkrebs darstellen. Rund 22 Prozent der Patientinnen leiden daran. Unbehandelt sind diese Frauen länger arbeitsunfähig, ihre Lebensqualität ist geringer und in einigen Fällen verschlechtert sich dadurch die Behandlungsprognose.

Die Wissenschaftler teilten für die Studie 157 betroffene Patientinnen mit deren Einverständnis per Los in zwei Gruppen ein. Die der ersten Gruppe wurden wie üblich behandelt, indem sie an ihre Hausärzte verwiesen und über Beratungsstellen informiert wurden. Die der zweiten Gruppe erhielten eine, in einem Handbuch beschriebene, tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie von bis zu 20 Sitzungen, von jeweils einer Stunde pro Woche.

Besserung schon nach acht Monaten

In diesen Sitzungen informierten Psychotherapeuten die Patientinnen über ihre Depression und entwickelten gemeinsam mit ihnen passende Strategien, wie sie die mit ihrer Krebserkrankung verbundenen seelischen Depressionen besser bewältigen können. Die dadurch erzielten Ergebnisse sind deutlich: Innerhalb von acht Monaten bildete sich die Depression bei 57 Prozent der Patientinnen, die an der Therapie teilnahmen, zurück. Die vergleichbare Quote der anderen Patientinnen betrug lediglich 33 Prozent.

Auch für andere Krebsarten geeignet

Damit hat sich die Kurzzeit-Psychotherapie den Forschern zufolge als sehr wirksam bei der Behandlung von Depressionen bei Brustkrebspatientinnen erwiesen. sollte die Behandlung frühzeitig erfolgen. Betroffene könnten sich beispielsweise an ihren Hausarzt, Krebsberatungsstellen oder Psychosomatische Kliniken wenden und sich dort über mögliche Therapien informieren.

Die Mainzer und Leipziger Forscher gehen davon aus, dass sich die tiefenpsychologisch orientierte Kurzzeit-Psychotherapie auf Patientinnen und Patienten mit anderen Krebsarten übertragen lässt.


  • Beutel et al.: Wirksamkeit psychodynamischer Kurzzeitpsychotherapie für depressive Brustkrebspatientinnen: Ergebnisse einer randomisierten kontrollierten Multicenterstudie. Abstract zum Kongress.
  • Zwerenz et al.: Efficacy of psychodynamic short-term psychotherapy for depressed breast cancer patients: study protocol for a randomized controlled trial. BMC Cancer 2012, 12:578.


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