sp/pm
14.03.13 / 12:54
Medizin

Kognitive Verluste durch schlecht versorgte Zähne

Schlecht versorgte Zähne beeinträchtigen nicht nur die Funktion, sondern auch die Fähigkeit, Probleme zu lösen und Entscheidungen zu treffen. Das teilt das Kuratorium perfekter Zahnersatz (KpZ) mit.




Weiches Weizenbrot statt Vollkorn und Suppe anstelle von Fleisch: Wer Schmerzen beim Kauen hat, lässt Bissfestes eher auf dem Teller zurück. Ganze Lebensmittelgruppen werden dadurch vermieden, schnell kann ein Mangel an Mineralien und Nährstoffen entstehen.

Die Gründe dafür sind verschieden. "Oft ist eine Zahnbehandlung nötig oder das Zahnfleisch hat sich entzündet. Häufig liegt es jedoch auch an nicht funktionsgerechten Prothesen, Brücken oder Kronen“, erläutert Prof. Hans-Christoph Lauer, Leiter des wissenschaftlichen Beirats des KpZ.

Funktionsverluste durch veraltetes Material

Dadurch verändere sich im Laufe der Jahre auch die Kiefersituation. Eine Prothese, die ursprünglich perfekt passte, verliert Lauer zufolge durch Krankheiten oder durch starken Gewichtsverlust ihren Halt. Auch
ein veraltetes Prothesenmaterial könne zu Funktionsverlusten führen. Daher sei es wichtig, den
Zahnersatz regelmäßig kontrollieren zu lassen.

Die sogenannte Atrophie spiele ebenfalls eine große Rolle: Geht ein Zahn verloren, bilden sich Zahnfleisch und die Substanz des Kieferknochens zurück. Eine solche Schrumpfung wirke sich ebenfalls negativ auf den Sitz der Zahnprothese aus.

Höheres Risiko für kognitive Störungen

Einer Studie des schwedischen Karolinska-Instituts in Solnaund der Karlstad Universität zufolge hatten ältere Menschen, denen es schwer fiel, harte Nahrungsmittel zu kauen, auch ein deutlich höheres Risiko für kognitive Beeinträchtigungen. Dies betraf beispielsweise die Fähigkeit, sich zu entscheiden oder Probleme zu lösen. Ob die Studienteilnehmer mit ihren eigenen Zähnen oder mithilfe von Zahnersatz aßen, war für das Ergebnis unerheblich.


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