sp/pm
16.08.13 / 15:10
Medizin

Leitlinien zur Therapie bei Tumorschmerzen

Schmerztherapeuten haben Praxisleitlinien zu tumorbedingtem Durchbruchschmerz, teilt die Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin mit. Konzipiert wurde das Dokument für Ärzte, Therapeuten und Pflegekräfte.



Die meisten an der Erarbeitung der Leitlinien beteiligten Schmerztherapeuten sind sich einig, dass bei tumorbedingten Durchbruchschmerzen stark wirksame Opioid-Analgetika der WHO-Stufe III mit schnellem Wirkeintritt und nicht-retardierter Wirkung die Bedarfsmedikation der ersten Wahl sind.

Die derzeit verfügbaren schnell wirkenden Opioide in dieser Stufe seien allesamt fentanylhaltige Fertigarzneimittel, bei denen das Opioid transmukosal über die Mundschleimhaut oder die Nasenschleimhaut resorbiert werde, so die Leitlinien.

Durchbruchschmerzen vorbeugen

Die optimale Dosis der Opioid-Bedarfsmedikation sollte sowohl bei Einsatz kurz wirksamer nicht-retardierter als auch schnell freisetzender Opioide der WHO-Stufe III durch individuelle Titration ermittelt werden.
Den Empfehlungen zufolge sollte zudem vor der reaktiven Behandlung bei tumorbedingten Durchbruchschmerzen eine Anpassung der Dauerschmerztherapie, also der „Rund-um-die-Uhr-Behandlung“, in Betracht gezogen werden. Dadurch könnte gegebenenfalls „einer Manifestation kritischer Durchbruchschmerzen präventiv begegnet werden“.

Die mit mehr als 180 Seiten umfangreichen Leitlinien wurden von 260 Wissenschaftlern erarbeitet und  liefern einen Überblick über die aktuell verfügbaren Methoden zu Diagnostik, Vorbeugung und vor allem zur Behandlung (74 von 128 Empfehlungen) von Patienten mit tumorbedingten Durchbruchschmerzen.


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