Lajos Schöne
18.12.13 / 09:12
Medizin

Masern-Impflücken beim Klinikpersonal

Immer wieder treten Masernepidemien in Deutschland auf. Daran dürften auch Ärzte und Medizinstudenten mit Schuld sein.



© vario_images

Denn einerseits hat das medizinische Personal aufgrund des Patientenkontakts ein potenziell erhöhtes eigenes Infektionsrisiko. Zum anderen können Mediziner und Pflegekräfte bei unzureichenden Hygienemaßnahmen die hoch ansteckenden Viren an ungeimpfte oder immungeschwächte Patienten weitertragen, was unter Umständen fatale Auswirkungen hat.

Erkrankter Arzt infiziert Baby

Vor kurzem ist ein Fall an der Berliner Charité bekannt geworden: Ein Arzt, der an Masern erkrankt war, ohne es zu wissen, hat ein zuvor am offenen Herzen operiertes zehn Monate altes Baby mit Masern angesteckt.

Privat-Dozentin Dr. Dr. Sabine Wicker, Betriebsärztin des Universitätsklinikums Frankfurt. und Mitglied der Ständigen Impfkommission Stiko, beklagt die beträchtlichen Impflücken beim medizinischen Personal in Deutschland. Eine von ihr initiierte Untersuchung zum Wissensstand und Impfstatus von Medizinstudenten des vierten vorklinischen Semesters ergab: Fast jeder vierte Student (23,1 Prozent) hatte keine hinreichende Masernimmunität, jeder dritte (37,7 Prozent) wies nicht die von der Stiko empfohlenen zwei Maserimpfungen auf.

Studenten wissen zu wenig

Auch das Wissen der Studenten über die Krankheit war suboptimal. Wicker: „Lediglich jeder dritte Student wusste, dass bereits eine kurze Exposition gegenüber dem Masernvirus zu einer Infektion führen kann, und 56,8 Prozent der Studenten wussten nicht, dass die Patienten bereits vor dem Auftreten des Ausschlags infektiös sind."

Quelle: Dtsch.Med.Wochenschr. 2013;138:2421-2425


Mehr zum Thema


Werblicher Inhalt