Lajos Schöne
29.10.13 / 11:32
Medizin

Mit Botox gegen das Geschmacksschwitzen

Sensorische Fehlleitungen der Speicheldrüsen können beim Essen plötzliche lokal begrenzte Schwitzanfälle auslösen. Hier hilft Botox.



Nach Operationen oder Verletzungen an den Speicheldrüsen oder am Hals kommt es gelegentlich vor, dass die Impulse der Speichelsekretion dienenden Nerven fehlgeleitet werden - sie werden an den Schweißdrüsen angedockt. Die Folge ist das sogenannte gustatorische Schwitzen, auch Geschmacksschwitzen genannt.

In Situationen, die normalerweise einen Speichelfluss auslösen, also beim Essen, Kauen, Lutschen oder Beißen tritt starkes Schwitzen in Bereichen des Gesichts und des Halses auf. Dr. Sabrina Köhler und ihre HNO-Kollegen an der Universität Göttingen berichten über einen Patienten, der nach mehreren Operationen im Gesicht und Nacken exzessiv unter Geschmacksschwitzen litt und sich in seiner Lebensqualität extrem beeinträchtigt fühlte.

Der von Schweiß bedeckte Bereich erstreckte sich vom Halsdreieck bis zur behaarten Kopfhaut des Mannes. Zur Behandlung wurden mehrere Injektionen von Botulinum Toxin A (Botox) unter Vollnarkose benötigt. Trotz einer geringen Einschränkung der mimischen Muskulatur ist der Patient mit der durch Botox erreichten Trockenheit seines Gesichts sehr zufrieden.

GMS Curr Posters Otorhinolaryngol Head Neck Surg 2013;9:Doc34


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