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25.01.16 / 16:29
Medizin

Mund- und Halskrebs-Risiko steigt mit Oralsex

Dass Humane Papillomaviren (HPV) das Risiko für Hals- und Kopfkrebs erhöhen können, ist nicht neu. Dass Oralsex dabei eine wesentliche Rolle spielt, schon.



Humane Papillomaviren können durch Oralsex übertragen werden. Eine Infektion kann das Risiko für Hals- und Mundkrebs stark erhöhen. Tatiana Shepeleva-Fotolia

HPV gehören zu den Viren, die bei Oralsex und Geschlechtsverkehr übertragen werden können. Normalerweise infizieren die Viren Epithelzellen der Haut und Schleimhäute. Einige HPV-Typen können jedoch auch bösartige Veränderungen hervorrufen, wie zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs.

Eine neue Studie des Albert Einstein College of Medicine in New York bestätigt nun: Eine HPV-Infektion erhöht das Risiko, an Mund- und Halskrebs zu erkranken um ein Vielfaches. Für den Beweis wurden Speichelproben von rund 96.650 gesunden Probanden untersucht, die zuvor nie an Krebs erkrankt waren.

Die Testpersonen nahmen an Prostata-, Colorectal-, Lungen-, und Ovarien-Screenings teil und wurden vier Jahre lang medizinisch betreut. Die Forscher fanden heraus, dass sich bei 132 Teilnehmern Krebs im Rachenraum entwickelte.

HPV-16 erhöht das Risiko für Mundkrebs um 22 Prozent

Die Forscher verglichen die Virenstämme der Betroffenen mit 396 gesunden Probanden. Die Teilnehmer, die zu Beginn das HPV-16 im Mund trugen, hatten eine 22-fach erhöhte Wahrscheinlichkeit, im Laufe der vier Jahre an Krebs zu erkranken.

Auch andere HPV-Typen erhöhten das Krebsrisiko. Darüber hinaus stellten die Wissenschaftler fest, dass auch sogenannte gamma-HPV und beta-HPV mit einem erhöhten Risiko der Entwicklung für Kopf- und Halskrebs verbunden sind. Diese HPV-Typen werden gewöhnlich auf der Haut gefunden.

Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass HPV Rachenkrebs bei Männern und Gebärmutterhalskrebs bei Frauen auslösen können. In der aktuellen Studie machte das Forscher-Team deutlich, dass Speichelproben bei der Bestimmung helfen, ob eine Person das Risiko zur Entwicklung von Hals oder Kopf Krebs in sich trägt.

Die Studie wurde im Fachjournal Jama Oncology veröffentlicht.


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