ck/dpa
12.10.12 / 12:00
Medizin

Paare müssen noch länger auf PID warten

Die Einführung der Präimplantationsdiagnostik (PID) könnte laut der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe noch mindestens ein Jahr dauern.



"Es ist zu befürchten, dass die Verordnung, die die Präimplantationsdiagnostik regeln soll, nicht mehr vor der Bundestagswahl 2013 verabschiedet wird", sagte Prof. Klaus Diedrich vom Universitätsklinikum Lübeck am Donnerstag. Grund sei vor allem Streit über die Zuständigkeiten der geplanten PID-Ethikkommissionen. 

Gegner ziehen Prozess in die Länge

Diedrich vermutet, dass PID-Gegner den Prozess in die Länge ziehen wollen, um die in einigen Bundesländern kritisierte Methode möglichst lang aufzuhalten. "Für die betroffenen Paare, die nach künstlicher Befruchtung eine genetische Untersuchung des Embryos wünschen, ist das eine schlimme Situation", sagte er. Ihnen bleibe momentan nur der Weg in die europäischen Nachbarländer, in denen die PID erlaubt ist. 

Vor gut einem Jahr hatte der Bundestag die begrenzte PID-Zulassung beschlossen. Sie soll vermeiden, dass bei künstlicher Befruchtung schwere Erbkrankheiten weitergegeben werden. Die im Reagenzglas erzeugten Embryonen werden deshalb vor der Einpflanzung in den Mutterleib auf mögliche Gendefekte untersucht. Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums hatte am Montag gesagt, die Verordnung werde noch im Herbst dem Bundeskabinett vorgelegt.



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