sp/pm
17.10.13 / 13:09
Medizin

Schluckstörungen sind bei Heimbewohnern gefährlich

Die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) rät Ärzten, bei Senioren sorgfältig zu prüfen, ob Speiseröhre, Magen und Darm richtig funktionieren.



AOK Mediendienst

Bis zu 60 Prozent aller Altenheimbewohner leiden unter Schluckstörungen. Auch andere Funktionen des Verdauungstraktes sind im Alter beeinträchtigt. Unbehandelt könnten Schluckstörungen und andere Probleme beim Essen und der Verdauung zu Mangelernährung, Untergewicht und letztlich sogar zu einem vorzeitigen Tod führen, mahnt die Fachgesellschaft.

Auch Magen und Darm altern

„Durch verschiedene Funktionsuntersuchungen sollten Ärzte gerade bei alten Menschen konsequent nach Ursachen für Beschwerden suchen, um Mangelernährung und somit eine Verschlechterung des Allgemeinzustands zu verhindern“, fordert DGVS-Experte Prof. Dr. Thomas Frieling, Direktor der Medizinischen Klinik II am Helios Klinikum Krefeld.

Denn wie alle Regionen des menschlichen Körpers altert auch der Magen-Darm-Trakt: „Vor allem das feine Netz aus Nervenzellen, die die Beweglichkeit von Speiseröhre, Magen und Darm steuern, ist anfällig für Altersveränderungen“, erläutert Frieling. Hinzu komme, dass viele Erkrankungen im Alter den Darm angreifen.

Lungenentzündungen durch Schluckstörungen

Zu den häufigsten Altersbeschwerden gehören Schluckstörungen. „Neben der eigentlichen Alterung der Speiseröhre können auch eine verminderte Speichelbildung, schlechte Zähne oder Schleimhautentzündungen den Schluckakt für ältere Menschen zur Qual machen“, sagt Frieling.

Schluckstörungen treten auch bei neurologischen Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder infolge eines Schlaganfalls auf. Zur Gefahr werden sie, wenn Betroffene sich verschlucken und der Speisebrei versehentlich in die Luftröhre gelangt: Dies kann eine lebensbedrohliche Lungenentzündung verursachen.


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