ck/dpa
10.12.12 / 10:54
Medizin

Schon Kinder zeigen Warnzeichen für späteren Herzinfarkt

Manche dicke Kinder haben schon erste Anzeichen für Gefäßerkrankungen - Hinweise auf einen späteren Herzinfarkt.



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Bereits bei 8- bis 15-Jährigen stellen Ärzte Verdickungen an der Gefäßwand fest, sagte der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Arterioskleroseforschung (DGAF), Nikolaus Marx, am Rande des 5. Deutschen Atherosklerosekongresses in München. "Das ist ein riesiges Problem, das uns Sorgen macht. Es ist ganz klar bedingt durch den Lebensstil." 

Verdickungen im Millimeterbereich

Bei der Arteriosklerose handelt es sich um eine erste Stufe der Atherosklerose. An den Gefäßen mancher Kinder und Jugendlicher würden mit dem Ultraschall Verdickungen im Millimeterbereich beobachtet, sagte Marx. "Das ist der Anfang der Atherosklerose." In immer jüngeren Jahren hätten Patienten damit ernsthafte gesundheitliche Probleme, die früher als altersbedingt galten, etwa Diabetes Typ II - oft auch Altersdiabetes genannt - und Herzinfarkte. 

"Wir haben Patienten Anfang 30, die zuckerkrank sind oder einen Herzinfarkt bekommen. Das haben wir früher so nicht gesehen", sagte der Kardiologe. Manche würden damit sehr früh sogar zu Transplantationspatienten, wenn der Herzinfarkt das Herz zu stark geschädigt habe. 

Besonders die Fettringe am Bauch stehen in Zusammenhang mit Atherosklerose und Diabetes. Lange gingen Mediziner davon aus, dass vor allem Übergewicht zu Herz-Kreislauferkrankungen führt. In den vergangenen Jahren bestätigten jedoch mehrere Studien, dass vor allem das Bauchfett schädlich ist. Es setzt demnach Botenstoffe frei, die chronische Entzündungen hervorrufen, welche wiederum Herz und Stoffwechsel schädigen. Durch die Entzündungsstoffe wird auch die Gefäßverkalkung begünstigt. 

Mehr bewegen, weniger essen

Dagegen gebe es nur ein nachhaltiges Mittel, nämlich mehr Bewegung und Gewichtsreduktion, sagte Marx. Operative Entfernung von Bauchfett könne zwar helfen. "Aber das ist keine Lösung, die wir auf eine breite Basis anwenden können."

Etwa 80 bis 90 Prozent der Erkrankungen der Herzkranzgefäße gingen auf den Lebensstil zurück, mit falscher Ernährung, zu wenig Bewegung, Rauchen und Übergewicht. Es gehe deshalb darum, den Lebensstil zu ändern.


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