ck/dpa
17.11.14 / 10:51
Medizin

Schwangerschaft prägt Hang zu Übergewicht

Dicke Frauen können schon in der Schwangerschaft die Stoffwechselfunktionen ihres Kindes nachteilig prägen. Diese haben bereits als Schüler häufig einen höheren Blutzuckerspiegel, der später anfälliger für Übergewicht und Diabetes macht.



Viele Kinder, deren Mütter vor und während der Schwangerschaft zu dick waren, bleiben dauerhaft von der angeborenen Stoffwechselstörung geprägt, auch wenn sie sich später als Erwachsener gesund ernähren. ashumskiy_Fotolia.com

Über einen Zeitraum von acht Jahren begleiteten Mediziner der Universitätsklinik Ulm rund 1.000 Kinder und deren Mütter mit Beginn der Schwangerschaft. Demnach ist bereits das Gewicht der Neugeborenen unmittelbar abhängig davon, welchen BMI die Mütter vor Beginn der Schwangerschaft hatten. 

Das Gewicht der Mütter bestimmt später das Gewicht der Kinder.

Übergewichtige Frauen bringen der Studie zufolge auch schwerere Kinder zur Welt. Der Embryo nehme bereits in einer frühen Entwicklungsphase überdurchschnittlich an Gewicht zu. Hinzu kommt: "Das Gewicht der Mütter, bevor sie schwanger wurden, bestimmt auch später das Gewicht der Kinder im Grundschulalter", erläuterte der Leiter der Studie, der Kinder- und Jugendmediziner Martin Wabisch.   

Bei den untersuchten Achtjährigen hatte der Nachwuchs von übergewichtigen Müttern größtenteils eine höhere Insulinkonzentration im Blut als jene Gleichaltrigen, deren Mütter zu Beginn der Schwangerschaft normalgewichtig waren. Es handelte sich dabei weitgehend um dieselben Kinder, für die schon während der Schwangerschaft im Nabelschnurblut höhere Insulinwerte nachgewiesen worden war.  

Mit dem hohem Insulinspiegel steigt das Risiko für Übergewicht.

Das Hormon Insulin verteilt den Blutzucker im Körper. Ein zu hoher Insulinspiegel kann langfristig zu Typ-2-Diabetes, Alterszucker genannt, führen. Kinder mit hohem Insulinspiegel, so die Studie, haben zugleich ein höheres Risiko für Übergewicht.   

Stoffwechsel lässt sich nicht umprogrammieren.

Die betroffenen Kinder bleiben, auch wenn sie sich später als Erwachsener gesund ernähren, dauerhaft von der angeborenen Stoffwechselstörung geprägt, gaben die Autoren der Studie zu bedenken. "Die Kinder können nichts dafür, und der Stoffwechsel lässt sich nicht umprogrammieren", sagte Wabisch. Umso wichtiger sei es, angehende Mütter auf einen gesunden Lebensstil hinzuweisen. Derzeit ist nach Angaben der Experten in Deutschland gut ein Drittel aller Schwangeren übergewichtig.


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