sp/pm
01.07.14 / 08:35
Medizin

Sterberisiko Infektion

Wenn Bakterien lebenswichtige Organe oder den ganzen Körper befallen, bergen Infektionen ein hohes Sterberisiko. In einem solchen Fall hängt alles ab von der raschen und korrekten Diagnose, dem gezielten Einsatz geeigneter Medikamente und der richtigen Therapiedauer.



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Aktuelle Studien zeigen, dass die Überlebenschancen der Patienten steigen, wenn ein Spezialist für Infektionskrankheiten in die Behandlung mit einbezogen wird.  Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) forderte deshalb auf der auf dem Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin in Köln eine intensivere Weiterbildung und weitere Ausbildungsstellen für Infektiologen.

Deutschland: eins der Schlusslichter

Während es in anderen Ländern seit langem Spezialisten für Infektionskrankheiten gebe, habe sich die Disziplin in Deutschland erst in den letzten Jahren ausgebildet, berichtet Prof. Gerd Fätkenheuer, DGI-Vorsitzender und Leiter der Infektiologie am Universitätsklinikum Köln. Er berät dort mit seinen Kollegen klinikweit andere Ärzte in der Behandlung von Patienten mit schweren Infektionen. Dazu gehören beispielsweise häufig Bakteriämien, die durch das Bakterium Staphylococcus aureus verursacht werden.

Das richtige Antibiotikum

„Die Sterblichkeit ist hoch, wenn Ärzte nicht sofort das richtige Antibiotikum einsetzen und die Patienten optimal weiterbetreuen“, warnt Fätkenheuer. Neben der Wahl des richtigen Antibiotikums sei daher die Diagnose der Ursachen der Infektion sowie die korrekte Therapiedauer entscheidend.

„Patienten mit Bakteriämien oder anderen schweren Infektionen sollten daher von einem Infektiologen mitbehandelt werden“, sagt Fätkenheuer. In besonderem Maße gelte dies, wenn solche Infektionen durch multiresistente Erreger ausgelöst werden, bei denen nur noch wenige Antibiotika greifen.

Die spezifische infektiologische Expertise sowie ein hohes Maß an klinischer Erfahrung können häufig lebensrettend sein. In Deutschland müssten deshalb dringend mehr Ausbildungsstellen geschaffen werden, um genügend und ausreichend qualifizierte Infektiologen hervorzubringen. 

Lebensretter mit Kostenersparnis

Fätkenheuer verweist zudem auf eine aktuelle Studie aus den USA. Dort half der infektiologische Konsilservice den Kliniken trotz der personellen Zusatzkosten die Behandlungskosten zu senken. „Die vom Infektiologen betreuten Patienten konnten früher entlassen werden und es gab weniger Rückfälle mit erneuter Aufnahme ins Krankenhaus."
 
 


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