sf/pm
14.06.13 / 09:06
Medizin

Tinnitus: diese Therapie hilft

Mehr als drei Millionen Menschen leiden in Deutschland an einem chronischen Tinnitus, einem dauerhaften Pfeifen oder Rauschen im Ohr. Ein neues ambulantes Therapiekonzept hilft Patienten, mit dem Problem zu leben.



Tinnitus - das ständige Pfeifen im Ohr raubt Betroffenen manchmal den Verstand. Eine neue Therapie befähigt Patienten, die Problematik in den Griff zu bekommen. AOK-Medienservice

"Es gibt keinen Weg, die Erkrankung zu heilen, daher müssen die Patienten lernen, mit diesem Dauergeräusch im Alltag umzugehen“, sagt Dr. Martin Kusatz, Alumnus der Universität Witten/Herdecke (UW/H) und Direktor des Tinnitus-Zentrums Krefeld. Er hat dazu ein ambulantes Therapiekonzept entwickelt: Das "Krefelder Modell“ - eine Kombination aus Verhaltens-, Entspannungs- und Musiktherapie.

Eine bessere Lebensqualität in allen Bereichen

Der Statistiker Prof. Thomas Ostermann vom Institut für Integrative Medizin der Universität Witten/Herdecke hat nun 4.800 Patientenakten des Tinnitus-Zentrums Krefeld ausgewertet: Nach der Behandlung verbesserte sich die Lebensqualität in allen für die Patienten wichtigen Bereichen, meldet die UW/H.

Neben einer Reduzierung der emotional-kognitiven Belastung durch den Tinnitus auf die Hälfte des Ausgangswertes konnten auch die mit der Krankheit verbundenen Konzentrations- und Schlafstörungen erfolgreich behandelt werden, heißt es. Der Behandlungserfolg sei dabei nicht abhängig vom Schweregrad des Tinnitus oder der Dauer der bestehenden Symptome. Vielmehr konnte auch Patienten, deren Tinnitus bereits seit Jahren besteht, geholfen werden.

Individuell mit dem Tinnitus umgehen

"Wir zeigen den Patienten individuelle Wege auf, die Tinnitusproblematik in den Griff zu bekommen und individuell mit dem Tinnitus und den damit verbundenen Problemen besser umzugehen“ erläutert Kusatz sein neuntägiges ambulantes Therapiekonzept. Die Kosten für diese Behandlung werden von den Krankenkassen zu 100 Prozent erstattet.

Für den Statistiker Ostermann sei klar, dass die Behandlung hilft. 87 Prozent der Patienten seien mit dem Trainingsprogramm zufrieden. Ebenso viele Patienten gaben an, dass im Training erworbene Wissen im Alltag auch konsequent anzuwenden.


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