ck/pm
15.05.17 / 13:58
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25 Jahre stationäre Universitätsmedizin Ostbayern

Mit der Zahnmedizin fing alles an: 1992 begann am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) die stationäre Patientenversorgung. Jetzt feiert das UKR sein 25-jähriges Jubiläum.




Dass sich Universität und Klinikum überhaupt im Einklang entwickeln konnten, war lange nicht selbstverständlich. Am 18. Juni 1962 beschloss der Bayerische Landtag das Gesetz zur Gründung der vierten Landesuniversität in Regensburg. Ausdrücklich ist darin die Volluniversität inklusive einer kompletten medizinischen Fakultät festgehalten. Doch bis 1992 der erste stationäre Patient versorgt werden konnte, war es noch ein langer Weg.

Zunächst konnten sich Stadt und Bayerische Staatsregierung nicht auf eine Bebauungsfläche einigen, dann kamen Bedenken des Wissenschaftsrats, Finanzierungsprobleme und schließlich 1993 der komplette Rückzug des Bundes aus der Finanzierung, was die weitere Entwicklung des Klinikums wiederholt infrage stellte. Das mit ursprünglich 1.600 Betten geplante Klinikum wurde immer weiter reduziert, zeitweise sollten sogar nur die zahnmedizinischen Fächer den Betrieb aufnehmen.

Die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde machte 1983 den Anfang

Schließlich machten die Fachbereiche der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde dann den Anfang: Auf einer Anhöhe am Stadtrand wurden am 21. Dezember 1983 die Polikliniken für Zahnerhaltung und Parodontologie, für Zahnärztliche Prothetik, für Kieferorthopädie sowie für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie eingeweiht. Der zweite Bauabschnitt, in dem sich Haupteingang, Foyer sowie die ersten Bauten der zwei Hauptversorgungsspangen befanden, folgte ein paar Jahre später. Dort wurde am 1. Juni 1992 die stationäre Versorgung in 13 Fachbereichen aufgenommen.

Dr. Hans Brockard,von 1991 bis 2006 als erster Kaufmännischer Direktor am UKR tätig, berichtete von der Ausgangssituation: „Als wir im Februar 1991 in Regensburg mit dem Auftrag eintrafen, das Klinikum bis Mitte 1992 in Betrieb zu nehmen, standen wir vor einigen Herausforderungen. So lag das Klinikum mit einer eigenen Unfallchirurgie zwar nur einen Steinwurf von der Autobahn entfernt, hatte aber keinen eigenen Autobahnanschluss."

Einen Steinwurf von der Autobahn entfernt, aber ohne Autobahnanschluss

Für die neuen Kliniken standen noch keine Forschungsflächen zur Verfügung, es existierten für das 500-Betten-Haus nur 250 Parkplätze für Mitarbeiter, Besucher und Patienten, das Haus verfügte noch über über keine EDV-Verkabelung und der damalige Stellenplan war an einigen Stellen sehr knapp. Brockard: "Für die Inbetriebnahme war deswegen einiges an Vorarbeit nötig, die ohne die massive Hilfe der Universität, des Wissenschaftsministeriums und der Bauverwaltung nicht zu leisten gewesen wäre."

Der Stationsbetrieb begann zunächst in einer interdisziplinären Station. Zur Verfügung standen vier Einbett- und zwölf Zweibettzimmer sowie acht Intensivbetten. Inzwischen stehen dort statt dieser 36 Betten 833. Insgesamt verfügt das UKR heute über 29 Allgemeinstationen und acht Intensiveinheiten. Pro Jahr werden in 28 Kliniken, Polikliniken, Instituten und Abteilungen sowie in mehr als 30 interdisziplinären Zentren über 35.000 Patienten stationär und etwa 142.000 ambulant versorgt. Das Universitätsklinikum Regensburg ist mit seinen mehr als 4.400 Mitarbeitern heute einer der größten Arbeitgeber der Region - viele Beschäftigte sind seit Beginn dabei.

Das Universitätsklinikum Regensburg ist der einzige medizinische Höchstversorger in Ostbayern mit einem direkten Einzugsgebiet von mehr als zwei Millionen Menschen. Personell und technisch ist es auf die Diagnostik und Behandlung schwerster Erkrankungen und Verletzungen ausgerichtet und ergänzt im Zusammenspiel mit den anderen Krankenhäusern und den niedergelassenen Ärzten der Region die medizinische Versorgung Ostbayerns.


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