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11.04.17 / 16:22
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3-D-Gesichtsrekonstruktion eines Mittelalter-Mönchs

In einem großen Projekt haben Forscher auf Basis des ausgegrabenen Schädels das Gesicht eines verstorbenen Mönchs aus der Karolinger Zeit rekonstruiert - und anhand seiner Zähne herausgefunden, wie er gelebt hat.




Der 1999 von der Universität Bamberg  auf dem sogenannten Mönchfriedhofs des Klosters freigelegte Schädel stammt von einem ungefähr 35 bis 40 Jahre alten Mann. Das zugehörige Körperskelett konnte bei den Ausgrabungen nicht geborgen werden. Der Schädel ist bis auf den Verlust einiger Schneidezähne und eines Eckzahns sowie des rechten Jochbogens vollständig und sehr gut erhalten.

Anhand von Proben aus dem Bereich der Zähne und der Schädelbasis wurde mithilfe der Strontium-Isotopen aus den Proben die geografische Herkunft des Mönchs bestimmt. Eine aDNA-Analyse zur Rekonstruktion des Aussehens bestimmt. Die 14C-Datierung ergab ein Alter von 1133 ±24 Jahren BP. Das heißt, der Mann hat im Zeitraum zwischen 888 und 966 n. Chr. gelebt.

Erkrankungen lassen sich ausschließlich im Kieferbereich feststellen. Neben einer Parodontitis, die als leichter Randwulst am Kieferknochen im Bereich der Backen- und Schneidezähnen des Unterkiefers sichtbar ist, bildete sich zusätzlich eine  an den Schneidezähnen Zahnstein. Im Oberkiefer waren jeweils der zweite Backenzahn rechts und der zweite Vorbackenzahn links von Karies befallen.

Während die Kariesläsion am Backenzahn relativ klein ist und nicht tief in den Zahn hineinreicht, ist die Krone des zweiten Vorbackenzahnes vollständig zerstört. An den vorhandenen Eckzähnen lassen sich zudem horizontal verlaufende Rillen im Zahnschmelz erkennen.

Diese Unregelmäßigkeiten sind bei der Bildung des Zahnschmelzes entstanden und lassen sich auf Wachstumsunregelmäßigkeiten - bedingt durch Nahrungsmangel, Fieber, Infektionskrankheiten und andere Krisensituationen - zurückführen. In diesem Fall geht man wegen ihrer Position davon aus, dass die Rillen im Alter zwischen eineinhalb und vier Jahren entstanden sind.


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