sg
15.08.13 / 15:08
Nachricht

60.000 neue Jobs in der Gesundheitswirtschaft

Trotz leichter konjunktureller Rückschläge verteidigt die Gesundheitsbranche ihren Ruf als Zugpferd der Gesamtwirtschaft. Für 2013 rechnet man mit einem weiteren Beschäftigungszuwachs.



cultura2 - Fotolia.com

Wie der jüngsten Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zu entnehmen ist, schätzen Unternehmen aus allen Zweigen der Branche ihre wirtschaftliche Lage und Aussichten besser ein als die der deutschen Wirtschaft insgesamt. Laut DIHK-Report sollen noch in diesem Jahr 60.000 neue Jobs in der Gesundheitsbranche entstehen.

Und dies, obwohl die Erwartungen an die Wachstumsraten in diesem Jahr bislang etwas heruntergeschraubt hätten werden müssen. "Die Gesundheitswirtschaft zeigt sich nach einem soliden Start in das Jahr 2013 nicht vollständig immun gegen konjunkturelle Schwächen“, heißt es im Bericht. Die Abkühlung einiger Indikatoren erfolge allerdings von hohen Ausgangsniveaus.

Insgesamt gute Stimmung

Dies deute zwar auf ein vorerst etwas langsameres Wachstum in der Gesundheitswirtschaft hin, aber nicht auf eine ernstliche konjunkturelle Eintrübung. Vor allem bei Investitionen und Beschäftigung ließe das zuletzt hohe Expansionstempo etwas nach. "Insgesamt aber herrscht in der Gesundheitswirtschaft nach wie vor gute Stimmung“, bilanziert der Bericht.

Die Branche sei "ein wichtiges Zugpferd der deutschen Wirtschaft", sagte Achim Dercks, stellvertretender DIHK-Hauptgeschäftsführer, gegenüber der Presse. "Für 2013 rechnen wir mit einem weiteren Beschäftigungszuwachs von rund 60.000 Arbeitsplätzen." Die aktuell leicht gedämpften Erwartungen der Betriebe wiesen zwar auf "eine gewisse Zurückhaltung hin", so Dercks, "sind aber kein Signal für eine ernsthafte Schwäche".

Ein Auftrag für die neue Regierung

Allerdings zeigten insbesondere die zurückgenommenen Investitionsabsichten, dass die Rahmenbedingungen richtig gesetzt werden müssten. "Ein Auftrag für die neue Bundesregierung", betonte Dercks. Fast jeder zweite Betrieb in der Gesundheitswirtschaft nenne in der Erhebung, die auf der DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2013 basiert, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als Hauptrisiko für seine künftige Geschäftsentwicklung.

Insgesamt braucht das Gesundheitswesen nach Auffassung des stellvertretenden DIHK-Hauptgeschäftsführers mehr Wettbewerb: "So sollte es mehr Möglichkeiten für Krankenkassen geben, mit Leistungsanbietern individuelle Verträge zu schließen und auf diese Weise gute Qualität zu günstigen Preisen zu gewährleisten."

Langfristig ist mehr Wettbewerb nötig

Aber auch mit Blick auf die Krankenkassen sei mehr Konkurrenz möglich und nötig, etwa indem diese zunächst ihre Beitragssatzautonomie zurückerhielten, schlug Dercks vor - "als Zwischenschritt hin zu einem System lohnunabhängiger, pauschaler Prämien mit einem steuerfinanzierten Sozialausgleich für einkommensschwache Versicherte".

Bei der turnusgemäßen Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter IHK-Mitgliedern hatten sich mehr als 700 Unternehmen der Gesundheitswirtschaft beteiligt – von Arztpraxen, Kliniken und Pflegeheimen über den Medizinhandel bis hin zur Pharma- und Medizintechnikbranche.


Mehr zum Thema


Werblicher Inhalt