ck/pm
18.01.13 / 11:13
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Ärzte sagen "Ja" zur Sicherstellung

Rund 80.000 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten haben sich an der Befragung zum Sicherstellungsauftrag beteiligt. Eine große Mehrheit steht auch weiterhin dazu, will jedoch andere Rahmenbedingungen.



DAK-Gesundheit

Die Beteiligung an einer der größten Befragungen niedergelassener Ärzte und Psychotherapeuten war laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) hoch, das Votum klar und deutlich: 76 Prozent wollen, dass der Sicherstellungsauftrag für die ambulante Versorgung in den Händen der ärztlichen Selbstverwaltung bleibt.

Zwei Drittel fordert neue Rahmenbedingungen

Allerdings befürworten 66 Prozent dies nur, wenn sich die bestehenden Rahmenbedingungen entscheidend ändern. "Wir sehen die Ergebnisse als klaren politischen Auftrag" sagte KBV-Chef  Andreas Köhler: Neue Rahmenbedingungen müssten her.

Köhler: "Vor dem Hintergrund, dass lediglich zehn Prozent der Befragten alles so belassen wollen, wie es jetzt ist, zeigt sich, dass die Unzufriedenheit bei den niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten groß und weit verbreitet ist. Das ist ganz eindeutig.“ 

Im Auftrag der KBV hatte das Meinungsforschungsinstitut infas die rund 150.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Deutschland befragt, ob und unter welchen Bedingungen sie die ambulante Versorgung künftig sicherstellen wollen und können. Mehr als die Hälfte der Mediziner, fast 80.000, beteiligte sich. Der Befragungszeitraum war von Ende November 2012 bis Anfang Januar 2013.

Feste Preise, selbstbestimmte Fortbildung, diagnostische Freiheit
 
"Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten verlangen bessere Rahmenbedingungen, um ihre Patienten optimal behandeln zu können und genügend Zeit für sie zu haben“, erläuterte der KBV-Chef. Zu den Kernforderungen zählten feste, kostendeckende Preise (94 Prozent), Selbstbestimmung über Form und Inhalt der ärztlichen Fortbildung (93 Prozent) sowie Wiederherstellung der diagnostischen und therapeutischen Freiheit (85 Prozent).

Die Mengensteuerung dürfe nicht zur Absenkung der Einzelleistungen führen (91 Prozent). Um den Sicherstellungsauftrag aufrechterhalten zu können, sei die ambulante Behandlung Sache der Vertragsärzte und nicht der Krankenhäuser (83 Prozent). Bei Verordnungen solle es künftig keine Regresse mehr geben. Dieser Forderung stimmen 71 Prozent der Befragten zu.

Nur sechs Prozent wollen Sicherstellungsauftrag abgeben
 
Für eine gänzliche Auslagerung des Sicherstellungsauftrags beispielsweise in die Verantwortung des Staates oder der Krankenkassen, plädieren nur sechs Prozent der Befragten. Insgesamt weisen die Ergebnisse keine bedeutsamen regionalen Unterschiede auf. So vertreten die Ärzte in Schleswig-Holstein ähnliche Positionen wie ihre Kollegen in Bayern oder Thüringen. Auch bei den unterschiedlichen Fachgruppen ist das Meinungsbild ähnlich.
 
Mehr unter: KBV-Befragung


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