mg/dpa
04.03.13 / 12:05
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Ärztinnen fordern Quote in Kliniken

Auch Ärztinnen kämpfen jetzt für eine Frauenquote für Führungspositionen in Kliniken. Am Montag ging die Webseite der Projekts "Pro Quote in der Medizin" online - und zeitgleich ein offener Brief an sämtliche Dekane und Krankenhausdirektoren.



Aktuell sind nach Angaben der Initiative weniger als zehn Prozent der Führungspositionen in Krankenhäusern mit Frauen besetzt. Fotolia.com / michaeljung

"Bislang gebe es mehr als 130 Unterstützerinnen", erklärt eine der Initiatorinnen, Ulrike Ley.  Ihre Co-Initiatorin Gabriele Kaczmarczyk, Professorin an der Berliner Charité, sagte dem Magazin "Der Spiegel": "Wir brauchen die Quote, weil Chefärzte am liebsten ihr eigenes jüngeres Selbst fördern, den jungen Assistenzarzt, in dem sie sich selbst wiedererkennen - und nicht die Ärztin."

Die Initiative fordert, dass in fünf Jahren vierzig Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt sind - bislang seien es nicht einmal zehn Prozent, hieß es.

"Seit 1997 liegt der Anteil der Frauen, die Medizin studieren, konstant zwischen 50 und 60Prozent. Auf den Führungspositionen der Medizin stagniert der Anteil von Ärztinnen dagegen seit Jahren bei knapp fünf Prozent, an der Spitze stehen etwa 95 Prozent Männer", sagte Kaczmarczyk der "Berliner Morgenpost". "Verknappt lässt sich sagen: Die beste Aufstiegsmöglichkeit in der Medizin ist seit Jahren, ein Mann zu sein. Dabei ist die Zukunft weiblich." 

Die sprechende Medizin ist weiblich

Dabei sei es eine Frage von Geld, Macht und Einfluss. Etablierte Positionen würden von männlichen Vorgesetzten gern verteidigt, so die Initiatorin. "Während meiner Arbeit an der Charité habe ich eine große Umfrage unter Assistenzärzten und wissenschaftlichen Mitarbeitern durchgeführt, warum Frauen ihrer Meinung nach nicht an die Spitze kommen. Die wenigsten Teilnehmerinnen haben die "Vereinbarkeit von Beruf und Familie" angekreuzt", sagt sie. "Das Problem ist die mangelnde Förderung durch Vorgesetzte."

Dabei gebe es Untersuchungen darüber, dass Ärztinnen einfach mehr mit ihren Patienten reden. "Sprechende Medizin ist ein Frauending", sagt Kaczmarczyk. "Wenn sie gezielt eingesetzt wird, kann man auch sparsamer mit kostenintensiven Untersuchungen umgehen, ohne dass Patienten Schaden erleiden."


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