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09.06.17 / 13:38
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Aluschalen: Risiko bei Fertig-Food

Speisen aus unbeschichteten Alu-Schalen können hohe Gehalte an Aluminium enthalten. Das meldet das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).



euthymia - Fotolia

In dem Forschungsprojekt „Ausmaß der Freisetzung von Metallen aus Lebensmittelkontaktmaterialien“ untersuchte das BfR den Übergang von Aluminiumverbindungen aus vier unbeschichteten Aluminiummenüschalen in die Prüflebensmittel Sauerkrautsaft, Apfelmus und passierte Tomaten, die mit Cook&Chill zubereitet und anschließend für zwei Stunden warm gehalten wurden. Das Cook&Chill-Verfahren gilt als gängiges Verfahren für die Essensversorgung in Gemeinschaftsverpflegungen wie Kitas, Schulen, Kantinen oder Außer-Haus-Verpflegung.

Warmhalten transportiert Aluminiumionen

Ergebnis: Insbesondere beim Warmhalten im Anschluss an das Cook&Chill-Verfahren gingen Aluminiumionen auf saure Lebensmittel über. Bei allen Proben wurde nach der Warmhaltephase der EU-Freisetzungsgrenzwert für Aluminium von 5 Milligramm (mg) Aluminium je Kilogramm Lebensmittel gemäß ALARA-Prinzip erheblich überschritten. Das ALARA-Prinzip bedeutet, dass von einem Stoff so wenig wie durch technische oder andere Maßnahmen erreichbar in einem Lebensmittel enthalten sein soll.

Laut den BfR-Messergebnissen würde ein Erwachsener bei täglichem Verzehr von 200 g sauren Lebensmitteln aus unbeschichteten Aluminiumschalen in einer Woche etwa 0,5 mg Aluminium je Kilogramm Körpergewicht zusätzlich aufnehmen.

Freisetzung ist materialspezifisch

Trotz der begrenzten Zahl der untersuchten Proben geht das BfR davon aus, dass die Freisetzung von Aluminiumionen aus den unbeschichteten Menüschalen materialspezifisch ist und die Ergebnisse deshalb verallgemeinert werden können. Das BfR plant nun weitere Untersuchungen mit salzhaltigen Prüflebensmitteln.

„Angesichts der ohnehin vorhandenen Belastung mit Aluminium in der Bevölkerung sollte eine Minimierung jedes vermeidbaren, zusätzlichen Eintrags angestrebt werden. Dies gilt vor allem für empfindliche Verbrauchergruppen wie Kleinkinder oder Senioren, die unter Umständen täglich Speisen verzehren, die in Aluminiumschalen warmgehalten werden“, sagt in diesem Zusammenhang BfR-Präsident Prof. Andreas Hensel.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.


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