nh/pm
20.04.15 / 13:00
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Auszeichnung für Mitgründer des BHZ

Dr. Christian Bolstorff, der sich seit fast 15 Jahren für eine zahnärztliche Versorgung von Wohnungslosen, Suchtkranken und erwachsen Menschen mit Behinderungen einsetzt, erhält die höchste Auszeichnung der Zahnärztekammer Berlin.




Die Zahnärztekammer Berlin verlieh am Freitagabend im Rahmen des 29. Berliner Zahnärztetages die Ewald-Harndt-Medaille an Dr. Christian Bolstorff. Er ist Mitinitiator und Vorsitzender des 2001 gegründeten Vereins „Berliner Hilfswerk Zahnmedizin e. V.“ (BHZ), der eine zahnärztliche Versorgung von Wohnungslosen, Suchtkranken und erwachsen Menschen mit Behinderungen ermöglicht.

"Unermüdlicher Einsatz für sozial Benachteiligte"

„Dr. Bolstorff hat durch seinen langjährigen, ehrenamtlichen und unermüdlichen Einsatz viel für sozial Benachteiligte in der Stadt Berlin sowie für Sportler beim Mund-Gesundheitsprogramm von Special Olympics geleistet“, begründete Dr. Wolfgang Schmiedel, Präsident der Zahnärztekammer, die Entscheidung für Dr. Bolstorff als diesjährigen Preisträger der Medaille.

Das BHZ unterstützt mit seinen rund 150 Mitgliedern zurzeit fünf Projekte: Es fördert zum einen das Mund-Gesundheitsprogramm für Special Olympics Berlin/Brandenburg, eine Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. In der Malteser Migrantenpraxis, im „Fixpunkt e. V.“ für Drogenabhängige sowie in den Obdachlosenpraxen in Berlin-Lichtenberg und am Berliner Ostbahnhof leistet es unter persönlicher Mitwirkung von Dr. Bolstorff eine zahnärztliche Versorgung und stellt die hierfür notwendige Gerätschaft zur Verfügung.

Ziel der Projekte sei es, den Menschen durch Verbesserung der Mundgesundheit langfristig zu helfen, erläuterte Dr. Schmiedel: „Die zahnärztliche Versorgung sorgt bei den Obdachlosen nicht nur für Schmerz- und Infektionsfreiheit – der Zahnersatz ermöglicht diesen Menschen wieder halbwegs normales Essen und Kauen." Auch die optische Auswirkung dürfe man nicht unterschätzen. "Durch ein funktionsfähiges, schöneres Gebiss wird auch das Aussehen so verbessert, dass man wieder Mut und Selbstvertrauen fassen und bestenfalls wieder in die Gesellschaft integriert werden kann.“

Bundesverdienstorden, Goldene Ehrennadel, Ewald-Harndt-Medaille

Für Dr. Bolstorff, der von 1971 bis 2008 als niedergelassener Zahnarzt in Berlin-Dahlem tätig und von 1999 bis 2004 Präsident der Zahnärztekammer Berlin war, ist die Ewald-Harndt-Medaille nicht die erste Auszeichnung. Sein soziales und berufspolitisches Wirken wurde bereits mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland und der Goldenen Ehrennadel der Deutschen Zahnärzteschaft gewürdigt.

Die 2001 ins Leben gerufene Ewald-Harndt-Medaille der Zahnärztekammer Berlin wird an Persönlichkeiten oder Organisationen vergeben, die sich in herausragender Weise um den zahnärztlichen Berufsstand verdient gemacht haben. Namensgeber der Medaille ist Prof.Dr. Dr. Ewald Harndt (1901-1996), ehemaliger Leiter der Poliklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde in Berlin und von 1967 bis 1969 Rektor der Freien Universität Berlin.


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