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12.07.13 / 09:02
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Bitte nicht stören

Multitasking stresst. Ständige Unterbrechungen auch. Am Beispiel vom Pflegepersonal in Krankenhäusern zeigt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, was genau das Problem ist und wie man es löst.



Sie wollen ungestört arbeiten? Manchmal hilft dann nur eins: sich auszuklinken. cimmerian - iStockphoto

Dass beides nicht zum Arbeitsalltag gehören sollte und muss, erklären die Autoren im Forschungsbericht „Auswirkungen von Arbeitsunterbrechungen und Multitasking auf Leistung und Gesundheit“. Die Studie zeigt, wie störend Arbeitsunterbrechungen und Multitasking sind - unabhängig vom Alter der Betroffenen.

In kleinen Schritten zu mehr Ruhe und Ordnung

Bereits mit kleinen, häufig kostenneutralen Maßnahmen in der Arbeitsgestaltung lässt sich jedoch die Situation verbessern. Zur Arbeit gehört in den meisten Fällen der Austausch mit Anderen. Kollegen, Kunden und Vorgesetzte stehen plötzlich mit einem Anliegen in der Tür, rufen an, schreiben eine E-Mail - klassische Arbeitsunterbrechungen.

Der Bericht bezieht sich zwar speziell auf Pflegepersonal in Krankenhäusern, die häufig von Patienten, Ärzten oder Kollegen gestört werden. Doch auch allgemein gilt: Arbeitsunterbrechungen kommen immer häufiger vor, und immer mehr Beschäftigte fühlen sich durch sie belästigt. Der Stressreport 2012 zeigt, dass rund 44 Prozent der Befragten häufig ihre Arbeit unterbrechen müssen. Etwa jeder Vierte fühlt sich demnach davon belastet.

Zudem geht Multitasking mit Leistungseinbußen einher. Mit der Zahl der Unterbrechungen steigt auch der Druck der Beschäftigten. Auch im Feierabend sind Berufstätige stärker gestresst. Dabei zeigt die Studie, dass Multitasking Ältere und Jüngere gleichermaßen beeinträchtigt: Zwar lassen kognitive Fähigkeiten, die durch Multitasking besonders gefordert werden, mit dem Alter nach. Dafür können Ältere beim Umgang mit Unterbrechungen auf ihre Erfahrung bauen.

Ganz ohne Unterbrechung geht es nicht

Multitasking und Arbeitsunterbrechungen lassen sich nicht völlig unterbinden. Oft aber kann man durch Maßnahmen der Arbeitsgestaltung die Situation entschärfen. In einem der untersuchten Krankenhäuser wurde beispielsweise ein Telefondienst eingeführt, so dass die Arbeit der Pflegenden in Stoßzeiten nicht mehr andauernd durch Anrufe unterbrochen wurde.

Die Studie empfiehlt solche und ähnliche Maßnahmen der Arbeitsorganisation. Zudem könnten die Beschäftigten den richtigen Umgang mit Multitasking lernen. Manchmal ist die Lösung auch ganz einfach. Nach stressigen Phasen hilft beispielsweise eine Pause.

Weitere Hinweise vermittelt die BAuA-Broschüre "Bitte nicht stören! Tipps zum Umgang mit Arbeitsunterbrechungen und Multitasking“.


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