mg/dpa
29.04.14 / 10:44
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Datenschutz in Kliniken zu lax

Deutsche Krankenhäuser haben laut einer neuen Studie Schwächen bei der Sicherheit sensibler Patientendaten. So ist etwa eine Verschlüsselung von Patientendaten nur in 40 Prozent der Kliniken üblich.



Dürftige Sicherheit: Nur jedes fünfte deutsche Krankenhaus verfügt über redundantes Datensicherungssystem und eine Verschlüsselung gespeicherter Patientendaten ist nur in 40 Prozent der deutschen Kliniken üblich. Kara - Fotolia

Wie aus einer Erhebung der Wirtschaftsberatungsgesellschaft PwC im Auftrag der Europäischen Kommission hervorgeht, liegt Deutschland damit leicht über dem EU-Durchschnitt, aber deutlich unter anderem hinter Großbritannien, Finnland oder auch Rumänien.

Der Zugang zum IT-System sei in Deutschland in der Regel erst nach Eingabe eines Passwortes möglich. Nur in jedem vierten Krankenhaus werden der Erhebung zufolge Daten zusätzlich durch eine sogenannte digitale Signatur geschützt.

Redundantes Datensicherungssystem nur in jeder 5. Klinik

Sollte es zu einem Ausfall der IT-Systeme oder einem Datenverlust kommen, ist eine schnelle Wiederherstellung der Patientendaten keineswegs garantiert, informiert PwC in einer Mitteilung. Europaweit hätten nur drei von vier Kliniken eine Notfallstrategie, in Deutschland liege die Quote bei gut 80 Prozent.

Bedenklich stimme, so die Studienautoren, dass gerade einmal 14 Prozent der europäischen und 20 Prozent der deutschen Krankenhäuser über ein redundantes Datensicherungssystem verfügen, das die sofortige Wiederherstellung aller Informationen ermöglicht. In jeder dritten deutschen Klinik könnten Daten bei einem Systemausfall erst nach 24 Stunden wiederhergestellt werden.

Im EU-Durchschnitt sind 15 Prozent der Kliniken vernetzt - in Deutschland 6 Prozent

Die Studie ergab zudem, dass viele deutsche Krankenhäuser wenig Digitalisierung und Vernetzung nutzen. Bei der elektronischen Übermittlung von Befunden, Patientenbriefen und Laborergebnissen an Ärzte oder Krankenkassen seien Kliniken im europäischen Ausland weiter. Nur sechs Prozent der Kliniken mit einer Versorgung in akuten Fällen seien überhaupt mit anderen Akteuren des Gesundheitswesens vernetzt. In Dänemark, Island und Schweden gelte dies hingegen für gut 50 Prozent der Häuser, so die Studie. In der EU insgesamt seien immerhin 15 Prozent der Kliniken in ein übergreifendes IT-Gesundheitsnetzwerk eingebunden.

Für die Studie wurden 1.717 Akutkliniken in der EU sowie Norwegen und Island befragt. Aus Deutschland beteiligten sich 201 Krankenhäuser. PwC bietet branchenspezifische Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung und vernetzt nach eigenen Angaben mehr als 184.000 Mitarbeiter in 157 Ländern.


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