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11.06.13 / 14:47
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Ein Plädoyer für Amnog

Deutschlands größte Krankenkasse, die Barmer GEK, warnt vor Plänen der Bundesregierung, das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (Amnog) abzuschwächen. Sie plädiert für ein verlängertes Preismoratorium.



Statt die von der Regierung prognostizierten 1,2 bis 1,4 Milliarden Euro wurden mit dem Amnog bisher nur 120 Millionen eingespart. Barmer-Vize Dr. Rolf-Ulrich Schlenker will trotzdem, dass das Gesetz bleibt. ER hofft, dass sich seine Wirkung noch entfaltet. Barmer GEK

Der stellvertretende Vorsitzende der Barmer GEK, Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, forderte die Bundesregierung bei der Vorstellung des Arrzneimittelreports seiner Kasse in Berlin auf, die Ende 2013 auslaufenden Kostenbremsen um fünf Jahre zu verlängern. "Noch müssen wir auf die Einspareffekte durch das Amnog von rund zwei Milliarden Euro warten", sagte Schlenker. Bis das Gesetz richtig wirke, brauche man flankierende Maßnahmen, nämlich eine Verlängerung des erhöhten Herstellerrabatts und des Preismoratoriums.

120 Millionen Euro gespart

Auf insgesamt 120 Millionen Euro schätzen die gesetzlichen Krankenkassen die Einsparungen für die ersten beiden Jahre des Amnog. Laut Gesetz können Pharmahersteller den Preis für ein neues Medikament nur im ersten Jahr selber bestimmen. Endgültig festgesetzt wird er über eine neu eingeführte Bewertung des Zusatznutzens zusammen mit dem GKV-Spitzenverband. Die Bundesregierung hatte mit dem Amnog ursprünglich Einsparungen von 1,2 bis 1,4 Milliarden Euro anvisiert.

Eine Verlängerung des Preismoratoriums sei umso dringlicher, als die Bundesregierung überraschend beschlossen habe, die Kriterien für die Nutzenbewertung neuer Arzneimittel wieder aufzuweichen, sagte Schlenker. Damit würden sich auch die Preise für neue Arzneimittel erhöhen.


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