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25.04.14 / 14:00
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Ein Zahnmobil für Syrien

Dr. Mohammad Alkilzy ist Oberarzt in der Abteilung für Präventive Zahnmedizin und Kinderzahnheilkunde an der Zahnklinik in Greifswald. Nach dem Vorbild des Hannoveraner Zahnmobils will er ein Zahnmobil für die Kriegsflüchtlinge in Syrien bauen lassen.



Der Greifswalder Oberarzt Mohammad Alkilzy (Mitte) besucht den Initiator des Zahnmobils Hannover, Werner Mannherz (links). privat

Das Zahnmobil in Greifswald soll analog zum "Zahnmobil Hannover - Hilfe mit Biss" entwickelt werden, sagte Alkilzy zm-online. Bei einem Besuch der Hannoveraner Initiatoren, dem Ehepaar Mannherz, habe er alle wichtigen Informationen über das Projekt erhalten.

Zahnmedizinische Hilfe für Familien in syririschen Flüchtlingslagern

Alkilzy will mit dem Projekt Kinder und Familien, die sich jetzt in den Flüchtlingslagern rund um Syrien aufhalten, zahnmedizinisch versorgen. „Wenn wir einem Kind die Schmerzen nehmen können, dann hat es sich gelohnt”, lautet sein Motto. Alkilzy selbst wird das Projekt leiten. Die technische  Beratung übernimmt der Arbeitswissenschaftler und Ingenieur Werner Mannherz.. Seine Frau und pensionierte Zahnärztin, Dr. Ingeburg Mannherz, berät in dentalen Belangen.

Alkilzy: "Tausende syrische Familien sind auf der Flucht, leben im Grenzgebiet in Zelten mit geringer medizinischer Versorgung. Die zahnärztliche Versorgung blieb auf der Strecke." Er selbst hielt sich in der Grenzregion auf, erzählt er, als er mitansehen musste, wie ein vierjähriges Kind wegen Zahnschmerzen tagelang nicht schlafen konnte, und keine zahnmedizinische Hilfe möglich war.

Effektive Hilfe durch mobile aufsuchende Zahnmedizin

Um effektiv helfen zu können, ist in seinen Augen ein Zahnmobil erforderlich, das sich schon in anderen Kriesenregionen bewährt hat. Für den Kauf und die Ausrüstung benötigt er finanzielle Unterstützung, ebenso aber auch - Alkilzy nennt beispielhaft den hohen Verbrauch an Handschuhen, Mundschutz, Füllungsmaterialien  - für Materialien für den Dentalbereich.

Hinter der Idee steht Lien e.V., ein gemeinnütziger Sozialverein, der 2011 von in Deutschland lebenden Syrern gegründet wurde. Die Mitglieder gehören unterschiedlichen Nationalitäten und Religionen an. "Uns eint der Wille, die Lage der betroffenen Menschen in Syrien direkt und unmittelbar zu verbessern. Unser oberstes Ziel ist, für die Menschen in Syrien, die unter dem Konflikt leiden, humanitäre Hilfe zu leisten. Wir möchten den in Not geratenen Menschen gleich welcher Ethnie und Konfession helfen", berichtet der Oberarzt aus Greifswald.

Mohammad Alkilzy hat von 1992 bis 1997 an der Universität von Aleppo (Syrien) Zahnmedizin studiert. Von 1998 bis 2000 absolvierte er eine postgraduale Ausbildung in Kinderzahnheilkunde an der Universität von Damaskus (Syrien). Seit 2003 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Präventive Zahnmedizin und  Kinderzahnheilkunde an der Universität Greifswald. 2009 hat er dort zum Thema „Therapeutic Sealing of Proximal Tooth Surfaces: Two-Year Clinical and Radiographic Evaluation” promoviert. (Quelle: Uni Greifswald)

Beobachter schätzen, dass bis April 2014 mindestens 150.000 Menschen durch den Bürgerkrieg in Syrien getötet wurden. Rund 2,6 Millionen Syrer flohen aus ihrem Land, und mehr als 9 Millionen sind innerhalb Syriens auf der Flucht. Die UNO bezeichnete die Flüchtlingskrise als die schlimmste seit dem Völkermord in Ruanda in den 1990er Jahren.(Quelle: Wikipedia)


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