ck/dpa
20.09.12 / 08:43
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Forscher entdecken uralte Zahnfüllung aus Bienenwachs

Bereits in der Jungsteinzeit vor 6.500 Jahren bekamen Menschen Zahnfüllungen - vermutlich um Schmerzen zu lindern.



Bernardini F., Tuniz C., Coppa A., Mancini L., Dreossi D., et al.

Das zeigt ein Kieferknochen inklusive einem Zahn mit Bienenwachsfüllung, den Forscher in Slowenien gefunden haben. "Diese Entdeckung ist vielleicht das älteste Beweisstück für vorgeschichtliche Zahnmedizin in Europa und das früheste bekannte Beispiel für eine therapeutisch-schmerzlindernde Zahnfüllung", sagte Teamleiter Federico Bernardini vom Internationalen Zentrum für Theoretische Physik in Triest. Er präsentiert den Fund im Fachjournal "Plos One". 

Schmerzen lindern und Zahnschmelz schützen

Das Bienenwachs könne kurz vor oder kurz nach dem Tod des Menschen in den Zahn eingearbeitet worden sein, schreiben die Forscher. Wann genau, wissen sie aber nicht. Sollte der zahnmedizinische Eingriff erfolgt sein, bevor der Patient starb, habe die Füllung wohl einen ganz einfachen Zweck gehabt: Schmerzen lindern und einen empfindlichen Riss im Zahnschmelz schützen. 

Das Team untersuchte das Fundstück mit verschiedenen analytischen Methoden wie der Mikro-Computertomografie oder der Infrarotspektroskopie. Angesichts der wenigen derartigen Nachweise könne die Füllung helfen, eine bessere Vorstellung von urgeschichtlicher Zahnmedizin zu bekommen, heißt es in einer Mitteilung des Journals. 

Gebohrt wurde schon vor 9.000 Jahren

Frühere Studien hatten gezeigt, dass bereits vor 9.000 Jahren "Zahnärzte" im heutigen Pakistan den Bohrer ansetzten. Im Gräberfeld von Mehrgarh in Belutschistan hatte ein internationales Team um Roberto Macchiarelli von der französischen Universität Poitiers Backenzähne mit eindeutigen Bohrlöchern gefunden. Sie wurden 2006 im britischen Magazin "Nature" (Bd. 440, S. 755) vorgestellt. Zahnfüllungen waren nach der langen Zeit nicht nachweisbar, wurden aber nicht ausgeschlossen. 

Mehr: "Public Library of Science One" Doi: 10.1371/journal.pone.0044904  und "Nature" Doi: 10.1038/440775a



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