pr/pm
07.03.16 / 14:28
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Gesundheitsberufe wollen keine weiteren Normen

40 Verbände aus dem Gesundheitswesen votierten auf der Fachberufekonferenz in Berlin dafür, die Normung von Gesundheitsdienstleistungen zu verhindern. Eine weitere Regulierung der Patientenversorgung sei nicht erforderlich, deutsche Standards seien sehr weitreichend.



Die Konferenz der Fachberufe im Gesundheitswesen wandte sich auf ihrer Jahrestagung gegen Bestrebungen auf europäischer und nationaler Ebene, die Tätigkeit von Ärzten und Angehörigen anderer Berufe im Gesundheitswesen zu normieren. Nach ihrer Auffassung werden damit Instrumente, die bei Medizinprodukten, medizinisch-technischen Geräten oder beim Qualitätsmanagement sinnvoll sind, auf Tätigkeiten bei der medizinischen Behandlung und Pflege von Patienten übertragen. Das sensible Feld der Gesundheit sei aber für Normungsbestrebungen völlig ungeeignet, warnten die Verbände.

Eine weitere Regulierung wird der Beziehung zum Patienten nicht gerecht

Der Verband medizinischer Fachberufe e.V. (VmF) schließt sich dem Statement der Fachberufekonferenz an.  VmF-Vizepräsidentin Gabriele Leybold erklärte gegenüber den zm: "Wir halten derzeit eine weitere Regulierung der Patientenversorgung durch europäische Normen für nicht erforderlich, da die deutschen Qualitätsstandards für Gesundheitsdienstleistungen sehr weitreichend sind. Es gibt umfassende gesetzliche und berufsrechtliche Regelungen für die Ausübung der Gesundheitsberufe sowie transparente und evidenzbasierte wissenschaftliche Leitlinien. Diese bilden die Grundlage für diagnose- und situationsabhängige Behandlungen und eine individuelle Beziehung zum Patienten. Dies kann durch Normen für Gesundheitsdienstleistungen nicht erreicht werden."

Auch Dr. Max Kaplan, Vorsitzender der Fachberufekonferenz und Vizepräsident der Bundesärztekammer, sieht die Pläne kritisch: „Eine weitere Regulierung der Patientenversorgung durch europäische Normen ist völlig überflüssig und unterläuft die deutschen Qualitätsstandards für Gesundheitsdienstleistungen. Sie wird der individuellen Beziehung zum Patienten nicht gerecht."

Ärzte wollen Leben erhalten 

Die Bundesärztekammer kommentierte in einer Stellungnahme vom vergangenen September Normungsvorhaben von Gesundheitsdienstleistungen aus ärztlicher Sicht: Während das vorrangige Ziel von Normung die planmäßige Vereinheitlichung von materiellen und immateriellen Gegenständen sei, sei es das Ziel ärztlicher Tätigkeit, Leben zu erhalten und die Gesundheit zu schützen. Qualitätssicherung in diesem Bereich stütze sich auf das Prinzip der evidenzbasierten Medizin und auf Leitlinien.


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