sg/pm
20.08.13 / 09:10
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Gesundheitssystem: Milliarden an Effizienzreserven

Blicken Fachleute in die Zukunft des deutschen Gesundheitssystems, lassen Prognosen oft nur düstere Szenarien zu. Dabei müsste man nur an die milliardenschweren Effizienzreserven, die im System verborgen sind, ran.



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Das meint zumindest der Arzt und Gesundheitsexperte Dr. Rolf Porsche. In einer aktuellen Studie geht er von 20 Milliarden Euro aus, die im Gesundheitswesen eingespart werden könnten. Voraussetzung dafür:
die effektivere Umsetzung von Innovation im Gesundheitswesen.

"Gesundheit ist ein hohes, aber auch teures Gut. Wir können dann weiterhin gute Medizin vorhalten, Pflege und Betreuung langfristig sichern und bessere Qualität garantieren, wenn endlich Innovation, neues Denken, Prävention und gezielte Investition in das Zentrum gerückt und umgesetzt werden", so Porsche.

Zu laxer Umgang mit Versichertengeldern

294 Milliarden Euro werden pro Jahr für Gesundheitsleistungen ausgegeben. Hierbei würden Gelder regelrecht verschleudert, weil Strukturen teilweise veraltet und Schnittstellen nicht organisiert seien, kritisiert Porsche. 70 Prozent aller chronisch erkrankten Patienten würden nicht nach bekannten Standards versorgt, behauptet er. Die Konsequenzen würden dabei Unsummen verschlingen.

Innovationen, die im Alltagsleben schon täglich genutzt werden, wie etwa moderne Kommunikations- und Informationstechnologien, würden im Gesundheitswesen nicht ausreichend genutzt. Die Folgen seien dramatisch, denn unter anderem auch durch mangelnde Informationen würden jährlich zigtausende Patienten sterben, so Porsche weiter.

Prävention und Therapietreue fördern

In der Studie sieht der Gesundheitsexperte die größten Qualitätsverbesserungs- und Einsparungspotenziale unter anderem durch die Umsetzung effizienter Präventionsprogramme und die aktive Förderung der Therapietreue. Auch der sorgfältigere Umgang mit Medikamenten, insbesondere die Beachtung der Wechselwirkungen, sowie eine modernisierte, systematische Behandlung der Chroniker, das konsequente Bereitstellen von Patienteninformationen und der gezielte Einsatz von modernen Informationstechnologien führten zu massiver Kostenreduktion.

"Alle Beteiligten aus Politik, Wissenschaft, Medizin und Wirtschaft müssen unabhängig von Wahlen und Legislaturperioden damit beginnen, konsequenter umzudenken und zu handeln. Die Erkenntnisse liegen auf dem Tisch. Die Entscheider sind gefordert, diese endlich zu beachten. Wenn Innovation und neue Ansätze zeitnah und effektiver Einzug in die Praxis halten, werden Gesundheit und Lebensqualität verbessert, ohne dass die Kosten explodieren", sagt Porsche.


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