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05.10.12 / 10:33
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Großbritannien: Ärzte wollen Hirntote zur Organspende weiter beatmen

Die Ärzteschaft in Großbritannien setzt sich dafür ein, Patienten, die kurz vor dem Hirntod stehen, am Leben zu halten, um ihnen Organe entnehmen zu können. Grund ist der Organmangel auf der Insel.



Der britische Ärzteverband BMA sieht den Mangel an Spenderorganen als so akut an, dass sie für die Einführung der sogenannten Elective Ventilation einsetzt, berichtet das kanadische Ärzteblatt "CMAJ". Diese "wahlweise Beatmung" wird bei fast hirntoten Patienten eingesetzt, um ihnen später Organe entnehmen zu können. In den USA und Spanien ist diese Praxis bereits eingeführt.

Jedes Jahr sterben in Großbritannien mehr als 1.000 Menschen, während sie auf ein Spenderorgan warten. Deshalb sei es Zeit für eine gesellschaftliche Debatte darüber, wie mehr Spenderorgane zur Verfügung gestellt werden können, so der BMA in einem aktuellen Report.

Briten überlegen Einführung der Widerspruchslösung

Als Maßnahmen schlagen die Ärzte neben der Elective Ventilation auch die Erweiterung des Spender-Pools auf "Hoch-Risiko-Patienten" wie Ältere oder Tumorkranke vor. Zudem sind die Mediziner für die Einführung der Widerspruchslösung, das heißt jeder Bürger kommt als Organspender infrage, außer er hat dem zu Lebzeiten widersprochen.

"Wir müssen als Gesellschaft überlegen, ob wir aufgrund der bestehenden Infrastruktur damit zufrieden sind, alles getan zu haben, was wir können", zitiert das "CMAJ" aus dem BMA-Report. "Oder ob wir auf dem Bestehenden aufbauen wollen, um die Zahl der Organspender zu erhöhen."



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