ck/pm
11.05.17 / 10:15
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Hilfe bei Mundpflege hebt Lebensqualität

Pflegbedürftige ältere Menschen haben eine deutlich schlechtere Zahn- und Mundgesundheit als ihre nicht-pflegebedürftigen Altersgenossen. Auf dieses Ergebnis der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) weisen Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) zum morgigen Internationalen Tag der Pflege hin.



Die Zahngesundheit von Pflegebedürftigen ist deutlich schlechter als die ihrer Altersgenossen, wie diese Grafik der Bundeszahnärztekammer zeigt. Mit Unterstützung verbessern sich Mundgesundheit - und Lebensqualität. BZÄK

Da ältere Menschen mit Pflegebedarf mehr Karies, weniger eigene Zähne und häufiger Zahnfleischbluten, sollte bei ihnen besondere Aufmerksamkeit auf die tägliche Mundpflege sowie die regelmäßige zahnärztliche Kontrolle, Prävention und Therapie gelegt werden. Während nur noch ein Drittel der älteren Senioren (75 bis 100 Jahre) keine eigenen Zähne mehr hat, ist jeder zweite Pflegebedürftige gleichen Alters laut DMS V zahnlos. Diese verbliebenen Zähne sind zugleich behandlungsbedürftiger. Auffällig ist, dass pflegebedürftige ältere Senioren zwar mit Zahnersatz versorgt sind, im Vergleich aber häufiger mit herausnehmbaren Prothesen.

Knapp 30 Prozent der Pflegebedürftigen sind nicht mehr in der Lage, ihre Zähne selbst zu putzen

„Knapp 30 Prozent der Menschen mit Pflegebedarf sind nicht mehr selbst in der Lage, ihre Zähne oder Prothesen eigenständig zu pflegen", erläutert BZÄK-Vizepräsident Prof. Dr. Dietmar Oesterreich. "Sie benötigen  Unterstützung. Denn Erkrankungen im Mund können negative Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit haben. Von Ernährungsmangel und Infektanfälligkeit, Verschlechterung eines Diabetes bis zur Erhöhung des Schlaganfallrisikos. Aber auch Medikamente wie Blutdruckmittel können Probleme im Mund verstärken. Die tägliche Mundpflege ist deshalb elementar wichtig für die Lebensqualität und Gesundheit pflegebedürftiger Menschen.“

Wer die Praxis nicht mehr selbst erreichen kann, den behandelt der Zahnarzt ambulant

Der KZBV-Vorsitzernde Dr. Wolfgang Eßer bestätigt: „Alte und Pflegebedürftige haben in besonderem Maße Bedarf an zahnärztlicher Betreuung und Zuwendung. Wir Zahnärzte haben deshalb für diese besonders vulnerable Patientengruppe spezielle Betreuungsprogramme aufgesetzt. Diese seien vom Gesetzgeber zum Teil auch schon rechtlich verankert, wie etwa die aufsuchende Versorgung: "Wer die Praxis nicht mehr selbst erreichen kann, den behandelt der Zahnarzt ambulant - im Heim oder Zuhause - soweit das möglich ist. Neben einer umfassenden, bedarfsgerechten Therapie wird die KZBV im G-BA zudem zahnärztliche Präventionsleistungen durchsetzen. Wir arbeiten also mit aller Kraft dafür, dass ausnahmslos alle Menschen in dieser Gesellschaft von der guten und hochwertigen Versorgung durch Zahnärztinnen und Zahnärzte profitieren.“

Zahnärzte informieren umfassend über bestehende Möglichkeiten der Versorgung für Pflegebedürftige, etwa mit dem Flyer „Zahnärztliche Betreuung zu Hause für Ältere, Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung“, der auch auf den Websites von KZBV und BZÄK abgerufen oder bestellt werden kann. Dort finden sich zudem weitere Informationen zu den Ergebnissen der DMS V, darunter eine Kurzbroschüre sowie die Grafik „Mundgesundheit von älteren Senioren mit Pflegebedarf“. Erklärfilme für die Mundpflege bei Pflegebedürftigen, die zeigen, wie Prothesen richtig herausgenommen werden oder die Mundschleimhaut befeuchtet wird, stehen unter YouTube -> BZÄK.
 


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