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11.03.16 / 11:52
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Mit Zähneputzen ein Ritual prägen

Als erstes Bundesland integriert Rheinland-Pfalz Zähneputzen fest in den Alltag der Kitas. "Wir haben die Chance, ein Ritual bei den Kindern zu prägen", sagt der LAGZ-Vorsitzende Sanitätsrat Dr. Helmut Stein.




Um die Zahngesundheit der Kinder im Land weiter zu verbessern und alle Kitas in Rheinland-Pfalz zum Zähneputzen zu motivieren, haben das Kinder- und Jugendministerium und die Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege Rheinland-Pfalz (LAGZ) mit den Kita-Trägern und dem Landeselternausschuss eine „Vereinbarung zur Umsetzung der zahnmedizinischen Gruppenprophylaxe in den Kindertagesstätten“ (Kita-Trägervereinbarung )unterzeichnet. Die Vereinbarung ist bundesweit die erste ihrer Art und und wird auch in dem pädagogischen Konzept der Kitas verankert.

Was sind die Kerninhalte der Trägervereinbarung und wieso kam es zur Erneuerung?

Sanitätsrat Dr. Helmut Stein: Mit der Neuauflage der Trägervereinbarung verfolgen wir zwei Ziele: Wir wollen zum einen das Zähneputzen nach dem Mittagessen flächendeckend in den Kitas einführen. Die Kita-Trägervereinbarung stammt ursprünglich aus dem Jahr 1990. Damals ging es allein darum, der Gruppenprophylaxe die Tür zu den Kitas zu öffnen. Heute stehen wir vor der Herausforderung, dass das tägliche Zähneputzen in den Kitas rückläufig ist, etwa aus Personalmangel. Dem wollen wir mit der neuen Trägervereinbarung gegensteuern. Zum anderen wollen wir die Maßnahmen der Gruppenprophylaxe auffrischen. Dazu haben wir die Trägervereinbarung an unser aktualisiertes Kita-Programm mit seinen vier Bausteinen angepasst.

Wie hat sich die Lebenswelt der Kita geändert?

Die Mehrheit der Kitas sind heute Ganztagseinrichtungen, in denen die Kinder zum Teil acht Stunden und mehr verbringen und in der sie auch zu Mittag essen. Dadurch ist die situative Verbindung zum täglichen Zähneputzen gegeben. Wir haben hier die Chance, ein Ritual bei den Kindern zu prägen und sie zu einem eigenständigen Gesundheitsverhalten anzuleiten. Die Kinder sollen verinnerlichen, dass das Zähneputzen nach dem Essen genauso wichtig ist wie das Händewaschen nach dem Sandkasten. Zudem können wir einen großen Beitrag zur gesundheitlichen Chancengleichheit leisten - insbesondere für Kinder aus benachteiligten Familien, in denen Zahnpflege bisher einen geringeren Stellenwert einnimmt.

Wann tritt die Trägervereinbarung in Kraft?

Die Trägervereinbarung wurde rückwirkend zum 1. Januar 2016 geschlossen. Die Vereinbarung geht nun in die Fläche und wird nach und nach umgesetzt.


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