sf/pm
15.05.13 / 13:57
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Nationale Impfkonferenz tagt in München

Bayern setzt ein deutliches Signal für das Impfen. Dies betonte der Bayerische Gesundheitsminister Dr. Marcel Huber zum Auftakt der dritten Nationalen Impfkonferenz, die in diesem Jahr in München stattfindet.



Huber erklärte in München: "Impfen ist der beste Schutz vor schwerwiegenden Erkrankungen. Wer sich impfen lässt, übernimmt auch Verantwortung für sich und andere. Neben dem Eigeninteresse ist Impfschutz auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe."

Deshalb stehe die Nationale Impfkonferenz in diesem Jahr unter dem Motto "Impfen – eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung". Über 400 Experten aus Medizin Wissenschaft und dem Öffentlichen Gesundheitsdienst sowie Vertreter aller deutschen Bundesländer beraten dabei über geeignete Maßnahmen, um die Impfbereitschaft in der Bevölkerung weiter zu steigern.

Ängste der Bürger ernst nehmen

Huber: "Wir nehmen Ängste ernst und setzen sachlich fundierte Argumente dagegen. Bayern setzt vor allem auf neutrale, wissenschaftsbasierte und industrieunabhängige Informationen." Wie wichtig Maßnahmen und Informationskampagnen zum Impfen sind, zeigen immer wieder Masernausbrüche wie derzeit in München: Seit Anfang dieses Jahres sind aus der Stadt München über 50 Masererkrankungen gemeldet worden.

"Nur eine Impfung ist der sichere Schutz vor Masern. Wir empfehlen daher: Wenn Sie nach 1970 geboren sind, lassen Sie Ihren Impfstatus überprüfen und holen Sie verpasste Impfungen nach", ergänzte der Minister.

Imfempfehlung der STIKO

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt eine Masernimpfung für Erwachsene, die nach 1970 geboren sind, einen unklaren Impfstatus besitzen, bislang nicht oder in der Kindheit nur einmal geimpft wurden, um Immunitätslücken weiter zu schließen.

Die Schuleingangsuntersuchungen zeigten, dass Bayern insgesamt zwar auf dem richtigen Weg sei und immer mehr Menschen gegen Masern geimpft würden. 89,8 Prozent der Kinder hätten bereits einen vollständigen Impfschutz. Masernausbrüche ließen sich aber erst verhindern, wenn 95 Prozent der Bevölkerung immun seien, so Huber.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will bis zum Jahr 2015 die Masern in Europa eliminieren. Durch intensive Masern-Impfkampagnen der WHO konnte weltweit die Zahl der Maserntoten bei Kindern von 548.000 im Jahr 2000 um 71 Prozent auf 158.000 im Jahr 2011 gesenkt werden. Nord- und Südamerika, Australien und Skandinavien gelten mittlerweile als masernfrei. In Bayern sind in diesem Jahr bereits über 100 Masernfälle aufgetreten.


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