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19.05.17 / 09:50
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Neue Professur für Krankenhaushygiene

Krankenhauskeime und zunehmende Wirkungslosigkeit von Antibiotika – das Thema ist aktueller denn je. Bayern hat deshalb erstmals eine Professur für Krankenhaushygiene eingerichtet.



Wulf Schneider ist Bayerns erster Professor für Krankenhaushygiene. Am Klinikum der Universität Regensburg bildet er Ärzte und medizinisches Fachpersonal weiter, berät Kliniken in Ostbayern und erforscht multiresistente Keime. Universitätsklinikum Regensburg

Um die Krankenhaushygiene in bayerischen Klinika nachhaltig zu verbessern, hat der Freistaat Bayern die erste Professur für Krankenhaushygiene eingerichtet. Angesiedelt ist diese im Institut für Klinische Mikrobiologie und Hygiene des Universitätsklinikums Regensburg (UKR).

Am 1. März trat Prof. Wulf Schneider – weiterbildungsberechtigter Arzt für Hygiene und Umweltmedizin, Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie sowie Facharzt für Labormedizin – die Professur an. Getragen wird diese vom Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst für drei Jahre - sowie drei weitere, damit zusammenhängende Stellen.

Acht Professoren für Krankenhaushygiene bundesweit

Wissenschaftler, die sich mit Hygienefragen befassen, sind derzeit rar. Mit der Einrichtung der Professur verbunden ist dementsprechend auch das Ziel, die Forschung auf diesem Gebiet weiter voranzubringen. „Die Professur wird die Expertise im Bereich der Forschungsschwerpunkte der Fakultät für Medizin ergänzen. Insbesondere gilt dies für die Prävention von zunehmend schwer behandelbaren Infektionskrankheiten mit multiresistenten Erregern im Bereich der Transplantationsmedizin und bei immunsupprimierten Patienten“, erläutert Prof. André Gessner, Leiter des Instituts für Klinische Mikrobiologie und Hygiene des UKR.

Daneben strebt Professor Schneider noch weitere Forschungsprojekte an. Er sieht große Chancen in der Erforschung des Nutzens antimikrobiell beschichteter Oberflächen, um die Erregerlast in der direkten Patientenumgebung in Krankenhäusern zu reduzieren. Einen weiteren wichtigen Tätigkeitsschwerpunkt stellt schon jetzt die Erforschung der Ausbreitung von multiresistenten Erregern im Krankenhaus mittels moderner molekularbiologischer Untersuchungstechniken dar.

Aufbau krankenhaushygienischer Kompetenz

Schneider ist bereits seit 2010 für die Krankenhaushygiene am UKR zuständig, die nun innerhalb des Instituts für Klinische Mikrobiologie und Hygiene zu einem eigenen Bereich aufgewertet worden ist. Die Krankenhaushygiene stellt laut UKR schon heute den am "stärksten wachsenden Teilbereich" dar: neben drittmittelgeförderten Forschungsprojekten werden 19 externe Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen in Bayern mit insgesamt über 5.000 Betten in allen wesentlichen Hygiene-Aspekten vom Institut betreut.

„Wir haben eine führende Stellung im ostbayerischen Raum, was Hygienefragen angeht. Durch die mit der Professur verbundene Ausstattung können wir nun die vorhandene Infrastruktur sowie die Betreuung und Weiterbildung in ganz Ostbayern noch weiter ausbauen“, kommentiert Prof. Oliver Kölbl, Ärztlicher Direktor des UKR. Mittelfristig will das UKR eine eigene Abteilung für Krankenhaushygiene etablieren und ein „Zentrum für Krankenhaushygiene Ostbayern“ aufbauen.


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