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17.03.17 / 11:37
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PKV kalkuliert Wertverlust durch Bürgerversicherung

Die PKV sieht 300.000 Jobs in Gefahr - falls die Bürgerversicherung kommen sollte. In einer Studie berechnet sie den Wertverlust im Gesundheitswesen durch einen möglichen Wegfall der PKV-Wertschöpfung.



Die PKV hat den ökonomischen Fußabdruck der Branche im Gesundheitswesen berechnet und ihren Einfluss auf die Gesamtwirtschaft in Deutschland definiert. Quelle: PKV - WifOR 2017

In der Studie definiert der PKV-Verband die Private Krankenversicherung als Teil der Gesundheitswirtschaft, die ihren "ökonomischen Fußabdruck" hinterlässt. Das mit der Studie beauftrage WifOR-Institut hat errechnet, welche Folgen es haben könnte, wenn die Wertschöpfung durch die PKV im Falle einer einheitlichen Krankenversicherung in einer Bürgerversicherung (das SPD-Modell) wegfallen würde: Ohne das Geld, das Privatversicherte zusätzlich ins Gesundheitssystem einbringen, würde eine Bruttowertschöpfung von 13,4 Milliarden Euro entfallen. Damit verbunden wäre ein Wegfall von rund 303.00 Beschäftigungsverhältnissen in Deutschland - nicht nur in der Gesundheitsbranche.

"1 Euro an PKV-Ausgaben bewirkt 2,10 Euro an Wertschöpfung"

In einem ersten Schritt geht die Studie - basierend auf Zahlen von 2015 - auf die PKV als Wirtschaftsakteur ein. Laut Studie bewirkt jeder von der PKV ausgegebene Euro zusätzliche 2,10 Euro Wertschöpfung in Deutschland. Zum Vergleich: bei der Automobilindustrie sind es 2,20 Euro, in der Medizintechnikindustrie 1,10 Euro, in der Information und Kommunikation 1,0 Euro und im Pharmabereich 0,80 Euro. Ein Arbeitsplatz in der PKV sorgt laut Studie für 4,6 Arbeitsplätze in Deutschland. Zum Vergleich: In der Automobilindustrie sind es 4,5, im Pharmabereich 2,5, in der Information und Kommunikation 1,3 und in der Medizintechnikindustrie 1,2.

"Rund 29 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung"

In Schritt zwei geht die Studie auf die PKV als Finanzier von Gesundheitsleistungen ein. Durch PKV-Leistungen ist demnach eine Bruttowertschöpfung von 28,7 Milliarden Euro erzielt worden. Das bezieht sich nicht nur auf die von Ärzten veranlassten direkten Dienstleistungen, sondern auch auf deren eingekaufte Leistungen wie etwa Praxissoftware.

Die ökonomische Impulswirkung der PKV sei auf einen starken Dienstleistungs- und Inlandsbezug zurückzuführen,  führt der PKV-Verband dazu an. Während andere von der Öffentlichkeit typischerweise als stark betrachtete Branchen häufig industriell geprägt seien und ihre Vorleistungen auch aus dem Ausland bezögen, entfalte sich die Wertschöpfung der PKV besonders im Inland und im personalintensiven Dienstleistungsbereich.

GKV-Spitzenverband zeigt sich kritisch

Der GKV-Spitzenverband äußerte sich laut einem Bericht der Ärzte-Zeitung( 16.3.2017) kritisch. ein Versicherungszweig, bei dem die Mehrzahl der Vollversicherten 50 bis 70 Prozent der Leistungen unmittelbar vom Staat (Beihilfe) erstattet bekäme, könne so bedeutend für die Stabilität des Gesundheitswesens nicht sein.

Zum Hintergrund: Das Wirtschaftsforschungsinstituts WifOR untersucht regelmäßig für das Bundeswirtschaftsministerium den Beitrag der Gesundheitswirtschaft zum Wohlstand in Deutschland (siehe zm-online: Gesundheitsmarkt ist Wachstumsmotor). Als zentralen Bewertungsmaßstab zieht es die Bruttowertschöpfung heran. Nach derselben Methode hat das WifOR nun die Bedeutung der Privaten Krankenversicherung analysiert. Mit der Bruttowertschöpfung der PKV sind in der Studie die Mehrumsätze bei Ärzten und anderen Leistungserbingern gemeint, die bei ihnen durch Privatpatienten ausgelöst werden.


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