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17.09.12 / 14:09
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Rolf Koschorrek: "Wir müssen attraktiv bleiben“

Dr. Rolf Koschorrek, Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Bundestagsgesundheitsausschuss, im Interview mit den zm. Thema: der Europatag der Bundeszahnärztekammer.




zm: Wie wirkt sich der Fachkräftemangel auf die Qualität der Gesundheitsversorgung in der EU aus?

Dr. Rolf Koschorrek: Wie auch der demografische Wandel verstärkt er Phänomene, die in der Gesundheitsversorgung einzelner Länder auftreten. Buchstäblich zum Wohl ihrer Patienten müssen die Staaten beispielsweise Ökonomisierung, Kommerzialisierung und Fremdbestimmung entgegentreten.

zm: Wie kann aus Ihrer Sicht die Qualität heilberuflicher Dienstleistungen in Zukunft sichergestellt werden?

Koschorrek: Moderne Bürgergesellschaften müssen sich dazu bekennen, dass Gesundheit Gemeingut und eine zivilisatorische Errungenschaft ist. Daran gekoppelt sind zukunftssichere Gesundheitssysteme, die insbesondere nachhaltig finanziert sein müssen.

zm: Wie müssen sich die Freien Berufe in Deutschland dazu aufstellen?

Koschorrek: Selbstbewusst. Unser Erfolgsmodell der Freiberuflichkeit ist nachahmenswert. Wie der gesamte Freiberufler-Sektor sind auch die Freien Heilberufe hoch qualifiziert, persönlich engagiert und fachlich unabhängig. Weil wir sind, wer wir sind und wie wir sind, können wir jedem Bürger eine Versorgung auf international höchstem Niveau garantieren.

zm: Was kommt diesbezüglich aus Ihrer Sicht auf die Zahnärzte zu?

Koschorrek: Engagiert von den politischen Weichenstellern vernünftige Rahmenbedingungen einzufordern, ist eines. Unverzichtbar ist es aber für die Freiberufler und die einzelnen Gruppen, an sich selbst arbeiten. Für die nachwachsende Generation an Selbständigen und für unsere Mitarbeiter müssen wir attraktiv bleiben.


Fachkräftemangel im Blick
Die Auswirkungen das Fachkräftemangels im Gesundheitswesen und die Folgen der Mobilität von Arbeitnehmern auf die Qualität der Patientenversorgung standen im Mittelpunkt des Europatages der Bundeszahnärztekammer am 5.September in Berlin. Diskutiert wurden insbesondere die geplante Revision der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie und der EU-Aktionsplan für Fachkräfte im europäischen Gesundheitswesen.



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