mg
20.08.14 / 09:34
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Schluss mit Mikroplastik in Zahnpasta

Monate nach der ersten großen kritischen Berichterstattung haben alle Hersteller reagiert. Künftig ist kein umweltschädliches Mikroplastik mehr in Zahnpasten enthalten - dafür aber weiterhin in Duschgels, Lippenstift, Lidschatten und Shampoo.



zm

Nachdem auch der Hersteller Dr. Liebe bei seinem Produkt "Pearls & Dents" die Rezeptur verändert hat, können besorgte Verbraucher und Umweltschützer ein ganz kleines bisschen aufatmen. Mit dem Verzicht auf das Kunststoffgranulat Ethylen-Vinylacetat-Copolymere (EVA) als Putzkörper sind ab Anfang September alle neu produzierten Zahnpasten in Deutschland frei von Mikroplastik.

Vorangegangen waren verschiedene Medienberichte zum Thema (auch in den zm), in denen die potenziellen Gefahren für Mensch und Umwelt beschrieben worden waren. Diese entstehen dadurch, dass das enthaltene Mikroplastik nach Angaben von Wissenschaftlern über die Klärwerke ins Trinkwasser, die Luft, Lebensmittel und den Nahrungskreislauf von Speisefischen und Nutztieren gelangt.

Lesen Sie hier die Geschichte "Plaste in der Paste" aus der zm5/2014, die ausführlich die Gefahr erklärt, die von Mikroplastik ausgeht.

Meeresbiologie rät, Ersatzstoffe kritisch zu prüfen

"Es ist durchaus zu begrüßen, dass Dr. Liebe und andere kein Polyethylen mehr als Putzkörper verwenden wollen", sagt der emeritierte Meeresbiologe Prof. Gerd Liebezeit, der seinerzeit die Diskussion um Mikroplastik in Kosmetika mit angestoßen hatte. "Andererseits ist zu fragen, was als Alternative eingesetzt wird. Wenn, wie es ein Kosmetikhersteller macht, das synthetische Polymer durch ein biobasiertes mit dem Argument der biologischen Abbaubarkeit ersetzt wird, in diesem Fall Polylactid (PLA), dann heißt das, den Teufel durch Beelzebub auszutreiben." Der Grund sei, dass PLA zwar unter den Bedingungen der industriellen Kompostierung, nicht aber unter Normalbedingungen "in vertretbarer Zeit zu Wasser und Kohlendioxid zersetzt wird".

Liebezeit: "Also auch hier gilt es genau hinzuschauen, was da als Ersatzstoff verwendet wird. Und da gibt es ja Alternativen, die die Umwelt nicht belasten, zumindest in der Kosmetikszene wie z.B. cellulosebasierte Abrasiva." In diesem Sinn sei zu hoffen, dass auch alle anderen Hersteller, die Mikroplastik in ihren Produkten verwendeten, so schnell wie möglich darauf verzichteten und damit Rücksicht auf unsere Umwelt zeigten.


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